Inhalt

Einsatzbereich der Holzfaser

Ein Überblick

Rupert Wimmer
Erschienen in
Zuschnitt 48: Holzfasern
Dezember 2012, Seite 22

Mechanisch aufgeschlossene Holzfaser

Traditionelle Faserverbundwerkstoffe

  • Hartfaserplatten (HDF/High-density fibreboards) sind dichte, dünne und damit sehr feste und steife Platten. Sie sind typisch für Schubladenböden, Kastenrückwände usw. und dienen teilweise auch als Substrat/Trägermaterial für Laminatböden sowie als Trägerplatten für Leichtbautüren (mit Kartonwabenmittellage).
  • Mitteldichte Faserplatten (MDF/Medium-density fibreboards) sind heute ein wichtiger Werkstoff im Möbelbereich und bei der Türenproduktion. Vor circa dreißig Jahren begann die Nachfrage nach diesem Holzwerkstoff. Anders als mit der klassischen Spanplatte konnten damit neue Möbelformen (Softforming) entwickelt werden.
  • Dämmplatten (Leichtbauplatten) gibt es in verschiedenen Ausführungen und Verdichtungen. Vor allem werden sie als Wärmedämmplatten, Warmdachdämmung und auch als Platten für den Unterboden verwendet.
  • Verformbare Faserplatten sind eine Sonderform – ein Faservlies aus Holzfasern gemischt mit Langfasern (Polypropylen, Polyethylen oder auch Naturfasern), das in Formteile umgeformt wird, zum Beispiel für die Autoindustrie.

Wood Plastic Composites – WPC

Fasern und Partikel werden einer Polymermatrix aus Polyethylen oder Polypropylen oder auch natürlichen Polymeren zugeführt und dann meist im Spritzguss- oder Extrusionsverfahren zu Formteilen verarbeitet.

Chemisch aufgeschlossene Holzfaser

Papier

Bei Papier ist der Zellstoff nur vom Lignin (Vergilbung) befreit, die Hemizellulose wird aus Kostengründen und aus Gründen der Klebeeigenschaften im Material belassen. Papier besteht also in der Regel aus Zellulose und Hemizellulose.

Regeneratfasern

Regeneratfaser ist der Überbegriff für Viskose, Modal, Tencel usw. Sie besteht aus reiner Zellulose, die anderen Holzbestandteile (Lignin und Hemizellulose) werden im Zellstoffverfahren komplett herausgetrennt.

Nanozellulose

Der Bereich der Nanozellulose ist noch in Entwicklung. Die Nanofasern können für Verbundwerkstoffe zur Schaffung von Oberflächenstrukturen usw. eingesetzt werden. Theoretisch kann man damit auch einen hochfesten, transparenten und äußerst biegsamen »Kunststoff« herstellen – zum Beispiel für Bildschirme, Brillengestelle usw.

Text

Rupert Wimmer
Professor für Holzwissenschaften an der BOKU Wien

Dieser Artikel ist abgelegt in: