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Mehrgenerationenwohnhaus in Winterthur

Rippendecke

Manuel Joss
Erschienen in
Zuschnitt 54: Holzdecken
Juni 2014, Seite 20f.

Der sechsgeschossige Wohnbau am Stadtrand von Winterthur ist in Holzbauweise errichtet. Die zwei sechsgeschossigen Längszeilen und die zwei niedrigen Querbauten enthalten 155 Wohnungen, Gemeinschaftsräume, ein Restaurant, eine Kinderkrippe, eine Bibliothek und Gewerberäume. Hinzu kommen die Garage, Keller und Technikräume im Untergeschoss. Wegen der guten Energiebilanz und des Raumklima war Holz als Haupt-Konstruktionsmaterial gewünscht und die gewählten Holzdecken reihen sich nahtlos in den Planungs- und Ausführungsprozess der Skelettstruktur ein. Für die Außenfelder mit 5 Metern Spannweite war die Holz-Rippendecke die einfachste und preisgünstigste Lösung. Im Innenfeld mit 3 Metern Spannweite wechselte man auf eine Brettstapeldecke, die eine um 18 cm geringere statische Höhe hat und so das Auskreuzen der Lüftungsleitungen und Lüftungsverteiler ermöglichte.

Dank des Dreifeld-Konzeptes konnten die Wohnungen während der Planungsphase der Nachfrage angepasst werden. Die leichte, einfach zu montierende Rippendecke und die Mehrfachfunktio-nen der Fußboden- und Bekleidungsschichten führten zu einem günstigen Preis: Der Anhydritestrichboden und die Gipskartonuntersicht bilden den nicht brennbaren und ästhetischen Abschluss und bringen gleichzeitig Masse, die Wabenschüttung bringt ebenfalls Masse mit sich und nimmt alle Elektrorohre auf.

Die Rippendecken bestehen aus den Rippen, die mit einer Dreischichtplatte auf der oberen Seite statisch verbunden und teils mit Mineralwolle ausgefacht sind. Darüber befindet sich der Fußbodenaufbau mit der Sandschüttung in Waben, der 2-lagigen Trittschalldämmung mit den Elektrorohren und dem geschliffenen und versiegelten Anhydritestrich. Auf der Unterseite der Rippen ist eine schwingend abgehängte Decke aus einer doppelten Lage Gipskartonplatten angebracht, die zugleich dem Brand- und Schallschutz dient.

Die Dreischichtplatten und Rippen wurden zu Holz-Rohbau-Elementen von 2 mal 5 Metern Länge verklebt. Diese Elemente wurden mit Dämmung ausgefacht, die Dämmung mit einer Papierschicht fixiert und auf die Baustelle gebracht.

Für die Außenfelder waren Rippendecken die wirtschaftlichste Lösung, im Mittelfeld hingegen kommt eine Brettstapeldecke zum Einsatz. Diese erlaubt eine geringere statische Höhe und damit das Auskreuzen der Leitungen.

Text

Manuel Joss
geboren 1973, studierte Architektur in Lausanne und Zürich, ist freiberuflich als Architekt und Autor für Tageszeitungen, Fachpresse und Fernsehen tätig. 

Mehrgenerationenhaus Giesserei

Standort

Ida-Sträuli-Straße, Winterthur/CH

Bauherr

Gesewo, Genossenschaft für selbstverwaltetes Wohnen, Winterthur/CH, www.gesewo.ch

Planung

Galli Rudolf Architekten, Zürich/CH, www.galli-rudolf.ch

Statik

Indermühle Bauingenieure, Thun/CH, www.i-b.ch

Holzbau

Knecht AG, Oberwil-Dägerlen/CH, www.knecht-ag.ch; Implenia Schweiz AG, Zürich/CH, www.implenia.com; Strabag AG, Lindau/CH, www.strabag.ch

Fertigstellung

Mai 2013

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