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Seitenware - Neue Gebäude aus alten Bauteilen

Feldhotel in Vorarlberg

Marina Hämmerle
Erschienen in
Zuschnitt 57: Altes Holz – neu gedacht
März 2015, Seite 26

Das charmante, fragile Recycling-Gebäude ist das Resultat einer Feldstudie ums Reichenfeld im Auftrag der Art Design Feldkirch. Martin Mackowitz und Nikolaus Skorpik alias Kompott.io, die Architekten des mobilen urbanen Wohnzimmers, retteten die feingliedrigen Fenster und rohen Dielenböden der nahen Konvikteigenen Tischlerei buchstäblich in letzter Minute vor der Entsorgung. Nach eigenhändigem Ausbau erdachten sie in der Folge einen archaischen, zerlegbaren Haustyp aus einfachsten Zutaten: Gerüstmaterial formt das tragende Skelett, dünne Folie das Dach und in Stahlrahmen geschraubte Fenster bilden die Wandpaneele. Die Bodendielen schwingen und laden zum Tanz, ein Lehmofen wärmt an klammen Regentagen, es raucht der Kamin. So würden Kinder ein Haus zeichnen und so stand es 2013 vor den Toren der Art Design im Reichenfeld und dann im Sommer 2014 in Lustenau zwischen Obstbäumen des künftigen Dorfgartens und beim Walser Herbst in Buchboden: ein wandernder Raum, eine Dorfbeiz, in der sich Bürgerbeteiligung genießen und Gemeinschaft kultivieren lässt.

Foto

© Kompott

Text

Marina Hämmerle

Architektin, Architekturvermittlerin und Kuratorin, gestaltet Prozesse der Baukultur und schreibt
www.marinahaemmerle.at

Feldhotel in Vorarlberg

Standort

diverse

Bauherr

ArtDesign Feldkirch, Feldkirch/A, www.feldkirch.at/artdesign

Planung

Kompott, Innsbruck/A, www.kompott.io

Fertigstellung

Tourt seit 2013