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Bei laufendem Betrieb

Hubertus Adam
Erschienen in
Zuschnitt 66: Dichter in Holz
Juni 2017, Seite 22

Die geriatrische Klinik Sylvana in Epalinges ist ein aus einem Waldstück aufragendes Gebäude, hoch über Lausanne und dem Genfersee gelegen. Um die Kapazität zu erhöhen, ersetzten 2b architectes aus Lausanne das bisherige Attikageschoss durch einen zweigeschossigen Aufbau. Dieser bietet nun Platz für 29 Rehabilitationsplätze in 19 Zimmern. Mit der Neigung der Außenwände und der un­regel­mäßigen Faltung des Dachs schufen die Architekten eine ­Bekrönung, die einen Gegensatz zur kubischen Volumetrie des ­Bestands bildet und an eine Gebirgssilhouette erinnert. Da Demontage und Neubau bei laufendem Betrieb erfolgten, entschied man sich für den Einsatz präfabrizierter Elemente. Gewählt wurde eine Mischkonstruktion: Aufgrund der (inzwischen revidierten) Brandschutznormen mussten die Decken in Stahlbeton-Fertigteilen ausgeführt werden; die Lasten werden über Stahlträger in den nur an bestimmten Punkten belastbaren Baubestand eingeleitet. Ansonsten besteht der Bau aus einer Holzrahmen-Konstruktion, die ­außen mit Kupfer verkleidet ist. Die Herausforderung für die Vorfertigung stellte dabei die komplexe Geometrie dar: Die Außenwände des Aufbaus sind einwärtsgeneigt und das Faltwerk des Dachs besteht aus 14 unterschiedlich geneigten Einzelflächen.

Foto

© Matthieu Gafsou

Text

Hubertus Adam
Direktor des Schweizerischen Architekturmuseums SAM, freier Architekturkritiker

Geriatrische Klinik Sylvana

Standort

Chemin de Sylvana 10, Epalinges/CH

Bauherr

chuv, Waadtländisches Universitätsspital, www.chuv.ch

Planung

2b architectes, Lausanne/CH, www.2barchitectes.ch

Statik

Pirmin Jung Ingenieure, Rain/CH, www.pirminjung.ch

Holzbau

Erne ag Holzbau, Bern/CH, www.erne.net

Fertigstellung

2016