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Anbau, Baulücke, Implantat und Aufstockung

Erschienen in
Zuschnitt 66: Dichter in Holz
Juni 2017, Seite 6–7

 

 

Anbauten

Gebäude können mit einem Anbau vergrößert werden, wenn die vorhandenen Abstandsflächen dies zulassen. Hier sind vorgefertigte Bauteile eine zeitsparende ­Lösung, um Störungen der Umgebung minimal zu halten. Oft behindern auch beengte Flächenver­hältnisse den Bauprozess. Hier sind ebenfalls schnelle, trockene Baumethoden von Vorteil.

Baulücke

Gerade in den Städten liegt ein beachtliches Potenzial zur Nachverdichtung in der Nutzung vorhandener Baulücken. Hierbei vermindert ein schneller Bauprozess durch vorgefertigte ­Bau­elemente die unnötige Belästigung der meist dicht ­bewohnten ­Umgebung.

Implantat

Ein interessantes Thema für den Holzbau ist die Umnutzung bestehender Gebäude durch Einbauten in die vorhandene Raumstruktur, um neue Funktionen zu ermöglichen. Hier ist Holz als leichtes, einfach zu transportierendes und trockenes Material vorteilhaft, ebenso bietet seine gute Verarbeitbarkeit ­ohne aufwendige Werk- und Rüstzeuge erhebliche Möglichkeiten der Rationalisierung.

Aufstockung

Die Möglichkeiten für eine Aufstockung mit einem oder mehreren zusätzlichen Geschossen ist abhängig von den statischen ­Reserven der vorhandenen Tragstruktur. Bei Wohnungsbauten aus den 1950er und 1960er Jahren verfügt die oberste Geschossdecke oft nicht über eine ausreichende Tragfähigkeit. In solchen Fällen lassen sich zur Ertüchtigung Brettsperrholz- oder Hohl­kastenelemente flächig einsetzen, die zusätzliche Lasten in die bestehende Wandkonstruktion ableiten. Mit Wandelementen in leichter Holzrahmenbauweise oder als Brettsperrholzplatte ist es möglich, das neue Tragwerk auch quer zur Haupttragrichtung der bestehenden Struktur auszurichten und damit offene Räume zu schaffen, die eine freie Grundrisseinteilung erlauben.

Fotos

© Kilian O’Sullivan, Bernd Borchardt, Kai-Uwe Schulte-Bunert, Roger Frei