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Fragen an die Hersteller 3

Richard Jussel – Blumer-Lehmann AG

Anne Isopp
Erschienen in
Zuschnitt 67: Raumstapel
September 2017, Seite 14ff.

Warum erlebt die Raummodulbauweise derzeit eine so große Nachfrage?

Der moderne Modulbau ist eine effiziente und schnelle Bauweise, dauerhaft, komfortabel, wirtschaftlich und mobil. Dies bedeutet ein Höchstmaß an Flexibilität. Dies alles sind Gründe für die große Nachfrage. Natürlich wird der Markt auch durch äußere Einflüsse bestimmt, wie schnelles Bevölkerungswachstum oder die Flüchtlingswelle.

Was muss der Architekt bei der Planung beachten?

Meist dient ein gewisses Raster – eine Wiederholung und Standardmaße in Raumhöhe und Zellenbreite – als Planungsgrundlage. Zu beachten ist ebenfalls, dass in mehrgeschossigen Modulbauten jeweils zweischichtig ausgeführte Boden-Decken-Konstruktionen entstehen.

Vor welche Herausforderung stellt die Modulbauweise Sie als Unternehmer?

Eine Herausforderung ist der Platzbedarf für die Produktion. Denn die komplette Vorfertigung der Raumzellen heißt, dass auch alle Subunternehmer ihre Arbeiten unter unserem Dach erbringen. Eine weitere Herausforderung sind innovative Finanzierungsangebote wie Mietlösungen der Modulbauten für unsere Kunden. Dies bedeutet einen hohen Kapitalbedarf für uns.

Welche Parameter bestimmen die Kosten eines Raummoduls? Ab welcher Stückzahl ist so eine Produktion wirtschaftlich?

Die Wirtschaftlichkeit ist dann gegeben, wenn sich der Kunde für eine gewisse Standardlösung in Breite und Höhe entscheidet. Damit kann Planungs- und Fertigungsaufwand optimiert werden. Die Stückzahl ist aufgrund unserer modernen Produktionsanlagen und Prozesse nicht entscheidend. Vielmehr bestimmen Ausbaustandard und allenfalls die Geschossigkeit den Preis.

Welche weitere Entwicklung erwarten Sie im Bereich des Raummodulbaus für Ihre Firma bzw. generell?

Im Moment ist der Modulbau sehr gefragt und die Tendenz geht ganz klar in Richtung intelligente Vorfertigung im Werk. Übergeordnete Themen sind Rationalisierung, Automatisierung und Effizienzsteigerung im Bauwesen. In Kombination mit der kurzen Bauzeit auf der Baustelle sind Modulbauten eine gute Lösung, es wird jedoch auch weitere Entwicklungen geben.

Hotel Säntispark in der Ostschweiz

Die Erweiterung des Hotel Säntispark ist ein Holzbau in Elementbauweise mit vorgefertigten Badmodulen. Diese wurden in der Halle schon mit allen Installationen inklusive Spülkasten versehen. Die Bauzeit betrug dadurch nur acht Monate.

Text

Anne Isopp
leitende Redakteurin der Zeitschrift Zuschnitt

redaktion@zuschnitt.at

Hotel Säntispark in der Ostschweiz

Standort

Wiesenbachstraße 5, Abtwil/CH

Bauherr

Genossenschaft Migros, Gossau/CH, www.migros.ch

Planung

Carlos Martinez Architekten, Berneck/CH, www.carlosmartinez.ch

Statik

SJB Kempter Fitze AG, Herisau/CH, www.sjb.ch

Holzbau

Blumer-Lehmann AG, Gossau/CH, www.blumer-lehmann.ch

Fertigstellung

2014