Inhalt

Fragen an die Hersteller 4

Christian Kaufmann – Kaufmann Bausysteme GmbH

Anne Isopp
Erschienen in
Zuschnitt 67: Raumstapel
September 2017, Seite 14ff.

Warum erlebt der Raummodulbau derzeit eine so große Nachfrage?

Aufgrund der hervorragenden Bauqualität sowie der sehr kurzen Bauzeit steigt die Nachfrage. Ebenso großen Einfluss haben die verschiedenen Anwendungsbereiche sowie die gelungenen Referenzen – auch im mehrgeschossigen Bau.

Was muss der Architekt bei der Planung beachten?

Planung und Logistik entscheiden über Erfolg oder Misserfolg bei Modulbauten. Bei der Architektur muss darauf geachtet werden, dass das Raster einheitlich gehalten und auch der serielle Gedanke des Bauens von Anfang an berücksichtigt wird. Nur dann ist eine wirtschaftliche Fertigung möglich. Ein Paradebeispiel hierfür ist das Studentenwohnheim Woodie, geplant von Sauerbruch Hutton.

Vor welche Herausforderung stellt die Raummodulbauweise Sie als Unternehmer?

Ich gehe davon aus, dass die Nachfrage bei der Modulbauweise kurz- und mittelfristig stark steigt. Die Herausforderungen liegen primär in der Schaffung der Kapazitäten in der Fertigung und vor allem im Bereich Projektmanagement. Die Abwicklung solcher Projekte als Generalunternehmer wird vom Kunden künftig gefordert.

Welche Parameter bestimmen die Kosten eines Raummoduls? Ab welcher Stückzahl ist so eine Produktion wirtschaftlich?

Grundsätzlich ist die Konstruktion immer ident. Im Bereich der technischen Gebäudeausrüstung sowie der Ausstattung definieren sich die Unterschiede. Transportkosten haben auch einen Anteil – daher ist es wichtig, am Beginn der Planung die richtigen Parameter zu fixieren. Eine wirtschaftliche Fertigung ist aus meiner Sicht ab circa vierzig Modulen gegeben.

Welche weitere Entwicklung erwarten Sie im Bereich des Raummodulbaus für Ihre Firma bzw. generell?

Hotels, Seniorenwohnheime, Schulen, Studentenheime, Kitas et cetera haben wir bereits erfolgreich mit Modulen gebaut. Nun gilt es, sinnvolle Konzepte für den Wohnungsbau zu entwickeln. Mit dem Projekt Wohnen 500 haben wir erste Ansätze und Projekte realisiert. Der Wohnungsbau eröffnet neue Möglichkeiten und birgt eine große Chance.

Wohnen 500 in Mäder/Vorarlberg

Insgesamt zwanzig Wohnungen zu 65 m2 befinden sich in den zwei Wohnbauten. Jede Wohnung setzt sich aus drei Raummodulen zusammen. Die Anlage ist ein gelungener Beweis, dass mit dieser Bauweise schnell und kostengünstig Wohnbau mit hohem Qualitätsstandard errichtet werden kann.

Text

Anne Isopp
leitende Redakteurin der Zeitschrift Zuschnitt

redaktion@zuschnitt.at

Wohnen 500 in Mäder/Vorarlberg

Standort

Neue Landstraße, Mäder/A

Bauherr

Vorarlberger gemeinnützige Wohnungsbau- und Siedlungsgesellschaft m. b. H., www.vogewosi.at

Planung

Johannes Kaufmann Architektur, Dornbirn/A, www.jkarch.at

Statik

Merz Kley Partner, Dornbirn/A, www.mkp-ing.com

Holzbau

Kaufmann Bausysteme GmbH, Reuthe/A, www.kaufmannbausysteme.at

Fertigstellung

2016