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Fragen an die Hersteller 5

Hans-Christian Obermayr – Obermayr Holzkonstruktionen GmbH

Anne Isopp
Erschienen in
Zuschnitt 67: Raumstapel
September 2017, Seite 14ff.

Warum erlebt der Raummodulbau derzeit eine so große Nachfrage?

Die mit dem Thema Flüchtlingsunterkünfte verbundene Ansicht, mit Raummodulen kostengünstiger bauen zu können, hat einen Schub bewirkt. Zum anderen stellen wir in unserem Haus fest, dass Gebäude, die den Standort wechseln können, vermehrt nachgefragt werden.

Was muss der Architekt bei der Planung beachten?

Es gibt verschiedene Hersteller, deren »Boxen« für jeweils unterschiedliche Einsatzzwecke optimal geeignet sind. Aus unserer Sicht ist es daher sinnvoll, jenes Konzept zu wählen, welches den Anforderungen am besten entspricht, und dieses dann gemeinsam zu optimieren, um wirtschaftliche Lösungen zu erhalten und die Vorteile der Standardisierung nutzen zu können.

Vor welche Herausforderung stellt die Raummodulbauweise Sie als Unternehmer?

Im Vergleich zu konventionell vorgefertigten Holzbauten sind die wesentlichen Herausforderungen: der große Platzbedarf in Produktion und Lagerung, die Logistik und der Schallschutz.

Welche Parameter bestimmen die Kosten eines Raummoduls? Ab welcher Stückzahl ist so eine Produktion wirtschaftlich?

Eine größere Anzahl gleicher Boxen mit einer vorgefertigten Ausstattung dient der Wirtschaftlichkeit. Die Wirtschaftlichkeit eines Raummoduls kann jedoch auch ganz anderen Kriterien folgen: Wenn ganze Gebäude oder Teile übersiedelt werden, hat die Stadt minimierte stranded investments und eine maximale Wirtschaftlichkeit. Diese Idee ist jedoch noch nicht in vielen Köpfen präsent.

Welche weitere Entwicklung erwarten Sie im Bereich des Raummodulbaus für Ihre Firma bzw. generell?

Derzeit sind die klassischen Einsatzbereiche vor allem Hotels, mobile und temporäre Bauten. Wenn es gelingt, die Boxenbauweise auch in Bezug auf die Kosten im mehrgeschossigen Wohnbau zu etablieren, dann könnte sie aus der derzeitigen Nische heraustreten und in die Breite wachsen.

Studentenwohnheim in der Seestadt Aspern in Wien

Zwei Wohnhäuser für Studenten dürfen für fünf Jahre dieses Grundstück in der Seestadt Aspern in Wien zwischennutzen, dann werden sie versetzt.
Sie bestehen aus zehn beziehungsweise zwölf Raummodulen in Holzrahmenbauweise.

Text

Anne Isopp
leitende Redakteurin der Zeitschrift Zuschnitt

redaktion@zuschnitt.at

Studentenwohnheim in der Seestadt Aspern in Wien

Standort

Sonnenallee 28 – 30, Wien/A

Bauherr

wbv-gpa, Wien/A, www.wbv-gpa.at; OeAD, Wien/A, www.housing.oead.at; home4students, Wien/A, www.home4students.at

Planung

F2 Architekten, Schwanenstadt/A, www.f2-architekten.at

Holzbau und Statik

Obermayr Holzkonstruktionen GmbH, Schwanenstadt/A, www.obermayr.at

Fertigstellung

2015, 2017