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Editorial

Anne Isopp
Erschienen in
Zuschnitt 73: Unter Spannung
März 2019, Seite 3

Längst hat der moderne Holzbau bewiesen, dass er für viele Bauaufgaben vom großvolumigen Wohnbau bis zur Nachverdichtung tolle Lösungen parat hat. Und doch sind es gerade die weitgespannten Tragwerke, die stützenfreien Hallen und Kuppeln aus Holz, die uns die Leistungsfähigkeit des Baustoffs am eindrücklichsten vor Augen führen.

Deshalb widmen wir uns in diesem Zuschnitt wieder einmal dem Ingenieurholzbau. Auch wenn der Begriff des Ingenieurholzbaus irreführend ist – heutzutage ist bei jedem Gebäude aus Holz ein Ingenieur involviert –, so wird er doch nach wie vor gerne für weitgespannte Tragwerke verwendet und soll uns auch hier als Leitfaden für das Heft dienen. Wir sehen den Begriff zugleich als Anregung, sich einmal die Rolle des Ingenieurs im modernen Holzbau genauer anzuschauen. Wir wollen aufzeigen, wie der Tragwerksplaner auf Grundlage erster architektonischer Überlegungen und des Wissens um die Leistungsfähigkeit des Baustoffs die jeweilige Tragkonstruktion entwickelt. Immer öfter wird eine Holzbauweise bereits vom Bauherrn gewünscht, da diese das nachhaltige Image einer Firma, eines Standorts oder eines Produkts unterstreichen soll.

Auch wenn Groß- und Sonderprojekte nur eine Nische im breit angelegten Portfolio des modernen Holzbaus darstellen, so sind es doch gerade diese Bauten, die viel Aufmerksamkeit generieren. 
Allein die hier im Heft versammelten Bauten zeigen, welche ungeahnten Dimensionen und Formen in Holz errichtet werden können und welche ungewöhnlichen Räume damit geschaffen werden. Darin liegt eine enorme Ausstrahlungskraft. Sind Material, Form und Funktion stimmig, kann der Holzbau zeigen, was er kann.

Text

Anne Isopp
leitende Redakteurin der Zeitschrift Zuschnitt

redaktion@zuschnitt.at