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Holzarten und Holzwerkstoffe

Ein Überblick

Erschienen in
Zuschnitt 74: Im Innenraum
Juni 2019, Seite 6f.
Nadelbäume

Laubbäume

Baum- und HolzartenFichte Tanne Lärche KieferBucheEicheEscheAhornBirke
Verteilung im Wald (%)*

60,4

4,4

6,6

6,2

10,02,62,21,60,5
Physikalische Eigenschaften
Brinellhärte, zur Faser (N/mm2)

12

16

19

19

342,6382723
Wärmeleitfähigkeit (W/mK) 0,11

0,11

0,12

k.A

0,14

0,160,13–0,2

0,17

0,16–0,18k.A.
Quell- und Schwindverhalten

gut

gut

gut

gut

schlechtgutmittelgutgut
Schwindmaß radial (% / %)

0,19

0,14

0,14

0,19

0,20,160,210,1–0,20,27
Schwindmaß tangential (% / %)

0,33

0,28

0,3

0,36

0,410,360,380,22–0,30,36

* Anteil am Gesamtvorrat im Österreichs Wäldern, Österreichische Waldinventur 2016/18

Oberflächenbehandlungen

Das Lackieren, Wachsen oder Ölen von Holzoberflächen stellt in erster Linie einen Schutz gegen Flüssigkeiten und mechanische Einflüsse dar.

Beizen dienen zur farblichen Gestaltung von Oberflächen. Die Holzstruktur bleibt sichtbar. Je nach Art der Beize wird die Struktur verstärkt oder egalisiert. Zum Schutz von gebeizten Oberflächen müssen diese immer lackiert werden.

Lackierungen sind je nach Art des Lacks beständig gegen unterschiedlichste Einflüsse wie Flüssigkeiten und sind daher meist pflegeleicht. Lacke erzeugen eine filmbildende Beschichtung und je nach Wahl eine matte bis hochglänzende Oberfläche. Lackierungen verzögern zwar eine Feuchtigkeitsaufnahme, verringern aber auch die »Atmungsaktivität« des Holzes. Lackierungen mit entsprechenden Zusätzen bieten die Möglichkeit, eine Farbveränderung durch Lichteinfluss zu minimieren.

Die Reinigung einer lackierten Oberfläche erfolgt entweder trocken oder mit einem nebelfeuchten, flusenfreien Tuch. Bei leichten Verschmutzungen reicht es meist aus, die Oberfläche nur mit Wasser zu reinigen. Nach der Reinigung die Fläche sofort mit einem Tuch trockenwischen, um Wasserspuren zu vermeiden.

Lasuren sind wasserverdünnbare Beschichtungssysteme. Sie sind nur für Decke und Wand geeignet, da sie nicht sehr beständig gegen mechanische Einflüsse sind. Es dürfen nur Innenraumlasuren verwendet werden, also Lasuren, die keine Biozide enthalten.

Die Reinigung von lasierten Oberflächen sollte trocken erfolgen, bei starker Verschmutzung kann man sie auch leicht feucht reinigen.

Öle und Wachse werden immer häufiger für die Behandlung von Holzoberflächen eingesetzt. Sie erzeugen eine matte Oberfläche und sind auch punktuell durch Anschleifen und Nachbehandeln renovierbar.

Zur Reinigung ist je nach Beanspruchung jedoch eine regelmäßige Pflege (bei starker Beanspruchung alle zwei bis vier Wochen) mit entsprechenden Zusätzen im Wischwasser notwendig.

Unbehandelte Holzoberflächen können für nicht beanspruchte Flächen eingesetzt werden. Dabei kann die Oberfläche unter anderem gebürstet, gehobelt, geschliffen werden oder sägerau sein.

Die Reinigung von unbehandelten Holzoberflächen soll möglichst nur trocken erfolgen. Alternativ kann man Fußböden mit unbehandelten Holzoberflächen auch mit Wasser und einer Seifenlauge reinigen. Mit dieser Art der Oberflächenbehandlung verändert sich das Erscheinungsbild des Bodens, es entstehen eine eigene Patina und eine Farbänderung

Raumluftqualität

Holz und Holzwerkstoffe emittieren flüchtige organische Verbindungen (VOC) in die Innenraumluft. Dabei handelt es sich um natürlich vorkommende Holzinhaltsstoffe wie Terpene und Aldehyde und um Substanzen wie Leime, die bei der Verarbeitung eingebracht werden. Die von Experten herausgegebenen innenraumluftbezogenen Empfehlungswerte werden bei branchenüblicher Materialauswahl und fachkundiger Verbauung eingehalten, auch auffällige Gerüche sind nicht zu erwarten. Weiters nehmen die zu Beginn erhöhten Emissionen aus Baumaterialien in die Innenraumluft über wenige Wochen stark ab, wohingegen die durch das Nutzerverhalten, etwa beim Putzen, eingebrachten Substanzen zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Brinellhärte

Die Brinellhärte gibt den Widerstand an, den Holz oder Holzwerkstoffe dem Eindringen eines härteren Körpers entgegensetzen. Bei großer Beanspruchung, etwa bei Fußböden oder Tischoberflächen, sind Hölzer mit einer hohen Brinellhärte eher geeignet als Weichhölzer.
Für Wand- und Deckenverkleidungen, die geringen mechanischen Belastungen ausgesetzt sind, sind auch weiche Holzarten geeignet.

Wärmeleitfähigkeit

Die Wärmeleitfähigkeit von Holz und Holzwerkstoffen wird wesentlich durch den strukturellen Aufbau bestimmt.
Je höher der Porenanteil des Holzes, desto schlechter die Wärmeleitung.

Schwindmaß

Holz ist ein hygroskopischer Werkstoff und ständig bestrebt, seine Feuchtigkeit an das Umgebungsklima, das durch Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit charakterisiert wird, anzupassen. Änderungen des Raumklimas bewirken daher eine langsame Änderung der Holzfeuchtigkeit, wodurch Quell- und Schwindbewegungen des Holzes hervorgerufen werden. Je nach Holzart variieren das Schwindmaß und die Angleichgeschwindigkeit der Holzfeuchte.

Schnittrichtung

Quellen

Holzspektrum – Ansichten, Beschreibungen und Vergleichswerte, proHolz Austria (Hg.), Wien 2006 (Holzarten); www.dataholz.eu (Holzwerkstoffe)

Holzwerkstoffe – typische Plattenmaße und physikalische Eigenschaften

SperrholzMassivholz Spannplatte OSB-Platte

Holzfaserplatte

mitteldichtmittelhartporöshart
Länge (cm)220, 250

400, 500, 505

280, 561

250–500250–280244170–260250
Breit (cm)125, 150, 185102,5, 125, 20520760,7–25067,5–12512260–170125
Dicke (cm)1–41,9–2,70,6–40,8–41,3, 1,50,5–1,60,6–80,32–0,8
Dichte (kg/m3)300, 500,
700, 1000
300, 500,
700, 1.000
300, 600,
900
650400, 600,
800
400, 600,
800
250, 4001000
Wärmeleitfähigkeit (W/mK)0,09–0,240,09–0,240,1–0,180,130,1–0,180,1–0,180,07–0,10,22

Holz an Wand, Decke und Boden: Zahlreiche Holzarten und Holzwerkstoffe stehen uns hierfür zur Verfügung. In Kombination mit verschiedenen Oberflächenbearbeitungen und beschichtungen können wir unterschiedlichste Raumwirkungen erzeugen und vielen Nutzungen gerecht werden.

Oberflächen und Möbel aus Holz sind lange haltbar, gut reparierbar bzw. recyclebar. Die Benennung und Kurzzeichen unterschiedlicher Holzarten nach ÖNORM EN 13556 und deren Kennwerte sind in ÖNORM B 3012 zusammengefasst. Wir haben hier die wichtigsten Kennwerte zusammengestellt.