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Wald schafft Luft

Eine 20 Meter hohe Fichte gibt pro Tag 21.000 Liter Sauerstoff ab - so viel, wie wir Menschen zum Atmen brauchen.

Auch ein Baum atmet. Aber er atmet sozusagen in die verkehrte Richtung. Wir holen aus der Atemluft den Sauerstoff, die Basis des Stoffwechsels im Tierreich. Die Bäume und alle anderen Pflanzen holen sich aus der Atemluft dagegen den Kohlenstoff. Den Sauerstoff, den wir so nötig brauchen, atmen
sie aus. Das ist eine über Jahrmillionen gewachsene Symbiose. Dadurch sind die Wälder die wohl wichtigsten Klimaschützer. Denn dieser pflanzliche Stoffwechsel, die Photosynthese, vernichtet mit Hilfe des Sonnenlichts das Treibhausgas CO2. Das Kohlenstoffatom – C – verwendet der Baum, um zu wachsen. Ein Sauerstoffmolekül – O2 – wird wieder zurückgegeben.

Wald ist mehr als nur Bäume. Er produziert Sauer- und Baustoff, speichert Energie und Wasser, reduziert CO2, bietet unterschiedliche Lebensräume und Erholung.

Der Wald produziert reichlich Sauer- und Baustoff. Er ist ein unverzichtbarer Lebensraum für Tiere und Pflanzen, er liefert seit Jahrtausenden Energie. Aber er kann noch weit mehr. Gerade im wasserreichen Österreich sollte man nicht vergessen, dass es der Wald ist, der die heftigen Sommerregen ebenso zu speichern vermag wie die Schneeschmelze. Gerade im gebirgigen Österreich sollte man nicht vergessen, dass es der Wald ist, der den Mutterboden vor Erosion schützt. Gerade im schneereichen Österreich darf man nicht vergessen, welche Schutzfunktion der Wald in steilen Hängen bietet. Und schließlich sollte man im Tourismusland Österreich nicht vergessen auf die Labsal, die Erholung, die der Wald durch seine schlichte Existenz den gestressten Menschen zu bieten vermag.

Ein Kubikmeter Holz speichert den Kohlenstoff aus einer Tonne CO2. Mit Holz bauen heißt Klima schützen.

Rund die Hälfte des Holzes besteht aus reinem Kohlenstoff. Pro Kubikmeter sind das etwa 250 Kilogramm. Da der Kohlenstoff aber nur etwa ein Viertel des Treibhausgases CO2 ausmacht, darf man auch ruhig sagen, dass 500 Kilogramm Holz eine ganze Tonne CO2 unschädlich gemacht haben, das Doppelte seines Gewichts. In Österreichs Wäldern steht mehr als eine Milliarde Kubikmeter Holz, das Jahr für Jahr zunimmt. Jährlich wachsen ca. weitere 30 Millionen Kubikmeter nach, von denen rund 26 Millionen Kubikmeter geerntet werden. D. h., alleine in Österreich wächst der Kohlenstoffspeicher Wald jährlich um rund 4 Millionen Kubikmeter Holz, in denen ca. 625.000 Tonnen Kohlenstoff gespeichert sind.

(C)auberformel: Wie berechnet man den C-Speicherwert von Holz?

(C)auberformel: Wie berechnet man den C-Speicherwert von Holz?

250 kg C/m3 Holz x 3,67 kg CO2 = 917 kg CO2

In 1 m3 Holz wird Kohlenstoff aus 1 Tonne CO2 gespeichert, Holz besteht zu 50 % aus Kohlenstoff (C). Geht man von einem Mittelwert von 500 kg (Darrgewicht) pro Kubikmeter Holz aus, bedeutet das, dass 1 m3 Holz 250 kg C enthält. Wenn C nun in CO2 umgewandelt (oxidiert) wird, entstehen aus 0,9 kg Kohlenstoff ca. 3,7 kg Kohlenstoffdioxid.
Das heißt: 250 kg C/m3 Holz x 3,67 kg CO2 ergeben 917 kg, also ca. 1 Tonne CO2 je 1 m3 Holz.

Quelle: Arno Frühwald, Universität Hamburg

Edition 11 - 4 Dringliche

Die proHolz Edition rückt mit "4 Dringlichen Anfragen" die Bedeutung von Wald und Holz für Wirtschaft und Klima ins Bewusstsein. Auf den Punkt gebrachte Kernargumente zu Wald, Luft, Holz und Klima zeigen die positiven Effekte der Forst- und Holzwirtschaft sowie das damit verbundene Zukunftspotenzial für Österreich auf.

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  • CO₂, Klima, Wald