Da trotz des bestehenden Forstgesetzes der Zustand der Wälder in vielen Bereichen
unbefriedigend blieb, kam es zu einer Reihe von Durchführungsverordnungen. Da-
bei sah man einen engen Zusammenhang zwischen dem Schutz des Eigentums
und der Pflege der Wälder. Weiters nahm noch eine Reihe von kaiserlichen Verord-
nungen Einfluss auf die Bewirtschaftung wie z. B. das Kaiserliche Patent vom
5
. Juli
1853
betreffend die Abtretung von Grund und Boden, das zur Klärung der Eigen-
tumsfrage und damit zu einer konfliktfreieren Waldwirtschaft beitrug, oder das
Gesetz betreffend Vorkehrungen zur unschädlichen Ableitung von Gebirgswäs-
sern vom
30
. Juni
1884
, das die nachhaltige Sicherung der Wohlfahrtsfunktionen
zum Ziel hatte.
Bis auf einige später wieder obsolete Bestimmungen auf dem Gebiet der Forstver-
waltung galt die gesamte österreichische Forstgesetzgebung auch während der
Jahre
1938
bis
1945
. Der erste Abschnitt des kaiserlichen Patents vom
3
. Dezem-
ber
1852
, der sich vorwiegend mit der nachhaltigen Bewirtschaftung der Forste
beschäftigt hatte, war über hundert Jahre bis zur Herausgabe des Forstgesetzes
vom
5
. Juli
1975
wirksam. Die übrigen Abschnitte wurden aufgrund neuerer wis-
senschaftlicher und technischer Erkenntnisse ersetzt und im Forstrechtsbereini-
gungsgesetz vom
12.
Juli
1962
zusammengefasst. Das Forstgesetz
1975
brachte
insofern einen völlig neuen Aspekt ein, als die Erhaltung der Nachhaltigkeit der
vielfachen Waldwirkungen (Nutz-, Schutz-, Wohlfahrts- und Erholungswirkung)
gesetzlich festgeschrieben wurde. Die Forstgesetznovelle vom
27
. Februar
2002
berücksichtigt u. a. Aspekte der Ökologie, indem der Naturverjüngung mehr
Zeit zur Entfaltung gegeben wird, um die genetische Vielfalt zu erhalten.
Elisabeth Johann
praktische Forstwirtin und Waldpädagogin (Dipl. Forstwirt, Dr. rer. nat.), Spezialgebiete Forschung
und Lehre im Bereich Forst- und Umweltgeschichte, zahlreiche Publikationen zur Wald- und
Forstgeschichte, Leiterin des Fachausschusses Forstgeschichte im Österreichischen Forstverein,
Mitglied der
iufro
-Forschungsgruppe Forstgeschichte und Traditionelles Wissen (Deputy),
Präsidentin des Vereins Waldpädagogik in Österreich
zuschnitt
51.2013
12
13
Im Wald
1789
Über den Schwarzenbergschen Schwemmkanal (Baubeginn
1789
) wird Holz aus
dem Böhmerwald nach Wien transportiert, erst Brennholz, später Bauholz.
1800
Erstbesteigung des Großglockners durch Fürstbischof Franz Xaver von
Salm-Reifferscheidt; Entdeckung der wertvollen Fauna und Flora der Hochalpen
1790
1795
Das Wandgemälde im Pfarrhof am Josefsberg stammt von Pater
Chrysostomus Sandweger und ist von
1830
, aus der Zeit, als die
Wälder in der Mariazeller Region stark übernutzt waren und das
neue Forstgesetz bereits in Diskussion stand.