Auf Anraten von Fritz Wolf besuchen wir zum Abschluss noch
einen seiner ehemaligen Schüler in Niederösterreich, der große
Probleme mit dem Wild hat. Johann Berger lebt in Schrambach,
ganz in der Nähe von Stift Lilienfeld.
2007
hat er den
43
Hektar
großen Wald von seinem Vater übernommen. Da auch seine
Familie vom Wald alleine nicht leben kann, arbeitet er zusätzlich
als Lkw-Fahrer für eine Zimmerei. Der Wald war für seinen Vater,
erzählt Berger, dessen Sparkasse. Er hat diesen gut gepflegt,
aber wenig aus ihm entnommen. Heute hat der Mischwald einen
hohen Starkholzanteil, also viele Bäume, die die geeignete Stamm-
dicke erreicht haben und geerntet werden könnten. Eine Teilflä-
che hat Johann Berger schon geschlägert und neu aufgeforstet,
doch nun knabbert ihm das Wild alle Jungpflanzen an. „Kaum
eine Jungpflanze ist nicht vom Wild verbissen – Ahorn und Tanne
ebenso wie Esche“, sagt Berger. So besteht die Gefahr, dass bei-
spielsweise die Tanne, eine für das ökologische Gleichgewicht des
Waldes sehr wichtige Baumart, in seinem, aber auch in den be-
nachbarten Wäldern bald nicht mehr vorkommt. Und weil Berger
auf dieser einen Fläche schon keinen gesunden Mischwald in die
Höhe bekommt und eine Naturverjüngung bei zu hohen Wild-
beständen ebenfalls nicht möglich ist, traut er sich nun nicht,
noch mehr Bäume zu schlägern.
Die Bergers haben die Wildverbissschäden angezeigt und eine
Entschädigung bekommen. Doch davon wachsen die Bäume
auch nicht in die Höhe. In ganz Österreich werden zu hohe Wild-
bestände beklagt, auch Fritz Wolf hatte schon damit zu kämpfen,
woraufhin er das Gespräch mit den verantwortlichen Jägern
suchte. Heute schießen er und sein Sohn gemeinsam mit den
anderen Pächtern der Jagdgenossenschaft Scharnstein auf
3.700
Hektar
450
Rehe statt wie früher
120,
und selbst das sei
noch immer zu wenig, so Wolf. Johann Berger ist kein Jäger,
und selbst wenn er einer wäre – ohne die Mithilfe der anderen
könnte er gegen die hohen Wildbestände nichts ausrichten.
So wird sein Blick auch weiterhin, wenn er von Baum zu Baum,
von Jungpflanze zu Jungpflanze gleitet, auf allerlei Wildschäden
treffen. Eine Lösung des Problems ist dagegen nicht in Sicht.
„Kaum eine Jungpflanze ist nicht vom Wild verbissen – Ahorn und
Tanne ebenso wie Esche.“
Johann Berger
1900
Gründung der Höheren Forstlehranstalt zu Bruck⁄ Mur
1907
großer internationaler landwirtschaftlicher Kongress in Wien
zu ästhetischen Aspekten der Waldbewirtschaftung
1895
1905
Familie Montecuccoli, Markersdorf-Haindorf
Wald im Eigentum
960
ha
Waldanteil am Grundeigentum
80
%
im Familienbesitz seit
1628
Anzahl Angestellte
1
Forstwart,
1
Forstfacharbeiter,
1/2
Buchhaltungsfachkraft,
2
Saisonarbeiter
Holzeinschlag
ca.
6.000
fm⁄ Jahr
Anteil Forstwirtschaft am Gesamteinkommen
In der speziellen Situation nach Großkalamitäten
nur
15
%
Stürme ⁄ Umweltkatastrophen ⁄ Borkenkäfer
1960
er Sturm und Käfer;
1990
Orkan Wibke;
1994– 96
Borkenkäfer;
1999
Orkan Lothar;
2000
Sturm,
2002
extremes Hochwasser in der Au;
2004
Borkenkäfer;
2007
Orkan Kyrill;
2008
Orkan
Emma;
2010
extreme Trockenheit und Borkenkäfer
Familie Wolf, Scharnstein
Wald im Eigentum
50
ha
Waldanteil am Grundeigentum
93
%
im Familienbesitz seit
1870
Anzahl Angestellte
0
Holzeinschlag
500
fm⁄ Jahr
Anteil Forstwirtschaft am Gesamt-
einkommen
50
%
Stürme ⁄ Umweltkatastrophen ⁄
Borkenkäfer
Eisregen
1987
;
Sturm
2002
Familie Berger, Schrambach
Wald im Eigentum
43
ha
Waldanteil am Grundeigentum
77
%
im Familienbesitz seit
1850
Anzahl Angestellte
0
Holzeinschlag
200–300
fm⁄ Jahr
Stürme ⁄ Umweltkatastrophen ⁄
Borkenkäfer
2006
Schneebruch
Österreichische Bundesforste AG
Waldfläche
511.000
ha, der überwiegende Teil der
Flächen (
97
%) steht „im Eigentum“ der Republik;
die Bundesforste bewirtschaften sie im Auftrag der
Republik.
Waldanteil an der Gesamtfläche
59
%
Mitarbeiter
1.155
Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente)
Holzeinschlag
1,5
Mio. Efm⁄ Jahr
Anteil Forstwirtschaft am Umsatz
76,9
% (
2010
)
Stürme ⁄ Umweltkatastrophen ⁄ Borkenkäfer
2007
Orkan Kyrill;
2008
Sturm Paula und Orkan Emma;
2012
Sturm Uschi – in unterschiedlichem Ausmaß