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Institut für Holzforschung am Department für Materialwissenschaften und Prozesstechnik, Universität für Bodenkultur, Wien

Das Institut für Holzforschung (IHF) ist eine universitäre Einrichtung am Department für Materialwissenschaften und Prozesstechnik der Universität für Bodenkultur in Wien und betreibt Forschung und Lehre im Bereich der Holzwissenschaften. Das IHF gliedert sich in drei Arbeitsgruppen mit folgenden Schwerpunkten: AG Holzwissenschaft (Holzphysik und Holzchemie), AG Naturfaserwerkstoffe (Natur- & Holzfaserwerkstoffe und Holz-&Faserbiologie) sowie AG Holztechnologie (Fertigungstechnik und Holz & Holzwerkstoffe).

Lehre

Im Rahmen des Bologna-Prozesses, der die strukturelle Vereinheitlichung und Internationalisierung des Studiums an europäischen Universitäten zum Ziel hat, werden seit dem ws 2003 am IHF folgende Studien angeboten:

Das Bakkalaureat »Holz- und Naturfasertechnologie« ist ein dreijähriges, berufsqualifizierendes universitäres Grundstudium, welches Kenntnisse aus Naturwissenschaft, Technik und Wirtschaft vermittelt. Mit der inhaltlichen Erweiterung von Holz auf Holz- und Naturfasertechnologie wird – einzigartig in Europa – die gesamte Kette der nachwachsenden Rohstoffe abgedeckt, was besonders in Hinblick auf eine zukunfts- und anwendungsorientierte Ausbildung wertvoll ist. Der Studienschwerpunkt umfasst Wissen um die Rohstoffe Holz und Naturfasern, Technologien der Umwandlung der Rohstoffe in hochwertige Werkstoffe, Fertigungstechniken zur Herstellung von Endprodukten, Materialentwicklung, Verfahrens- und Energietechnik sowie betriebs- und marktwirtschaftliche Kenntnisse.

Auf dem Bakkalaureat aufbauend ist das Magisterstudium »Holztechnologie und Management« ein ausdrücklich forschungsgeleitetes Studium mit dem Ziel, wissenschaftlich ausgebildete und international anerkannte Führungspersonen für technisches und kaufmännisches Management in der Holzwirtschaft auszubilden. Um dem internationalen Anspruch gerecht zu werden, finden die Vorlesungen teilweise auf Englisch statt und gibt es Abkommen zur gegenseitigen Anerkennung bestimmter Ausbildungsmodule mit europäischen Partneruniversitäten wie etwa der Helsinki University of Technology. Darüber hinaus besteht eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit verschiedenen Instituten aus diversen Fachbereichen der Naturwissenschaften und technischen Wissenschaften (Physik, Chemie, Verfahrenstechnik etc.) an der BOKU und der tu Wien sowie der Soziökonomik der Forst- und Holzwirtschaft (Betriebswirtschaftslehre, Holzmarktlehre).

Im Anschluss an das Magisterstudium besteht die Möglichkeit zur Erlangung des Doktorats durch ein zweijähriges Doktoratsstudium und die Erbringung einer eigenständigen wissenschaftlichen Doktorarbeit.

Forschung

Die Forschungsstruktur am IHF folgt einer linearen Vertiefung entlang der angebotenen Ausbildungsmöglichkeiten, wodurch Forschung und Lehre in einander ergänzender Weise verbunden sind. Im Rahmen des Bakkalaureatsstudiums wird in erster Linie praxisorientierter Wissenstransfer von den Lehrenden zu den Studierenden betrieben. Beim Magisterstudium kommt es bereits zu angewandter Forschung im Sinne industrieller Entwicklung, die in erster Linie die direkte Umsetzung neuer Produkte und Verfahren in der Holzwirtschaft beinhaltet. Dieser Bereich wird vor allem durch die Vergabe bzw. Betreuung von entsprechenden Diplomarbeiten in den Studienrichtungen Forstwirtschaft und Holzwirtschaft abgedeckt, wobei generell eine Finanzierung durch Firmenkooperationen oder die ffg (Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft) angestrebt wird.

Der Bereich der Grundlagenforschung umfasst schließlich vor allem die längerfristig angelegten Forschungsprojekte und Dissertationen am Institut, die im Rahmen des Kompetenzzentrums »Wood K plus« oder im Bereich entsprechender, vom Wissenschaftsfond (fwf) finanzierter Schwerpunkte erarbeitet werden.

Über Mitarbeiter und wissenschaftliche Arbeiten werden die Ergebnisse aus Forschung und Lehre in die Wirtschaft und retour transferiert, wodurch ein fruchtbarer Austausch zwischen Theorie und Praxis gewährleistet ist.

Wood K plus

Das Kompetenzzentrum Wood K plus (Kompetenzzentrum für Holzverbundwerkstoffe und Holzchemie) wurde im Rahmen des »K plus Programms« des Ministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie gegründet, um als anwendungsorientiertes Forschungsunternehmen mit universitären und Wirtschaftspartnern aus verschiedenen Branchen zur Realisierung eines international wettbewerbsfähigen, österreichischen Forschungs- und Innovationssystems im Bereich Holzverbundwerkstoffe und Holzchemie beizutragen. Das IHF als einer der akademischen Partner betreibt hier langfristige, strategische Zusammenarbeit mit der Industrie, um im Rahmen vorwettbewerblicher Forschung ständigen Wissenstransfer in die und aus den Wirtschaftbetrieben zu leisten, was wesentliche Auswirkungen sowohl auf die industrielle Entwicklung als auch auf die institutsinterne Ausrichtung hat.

Die Laufzeit der K plus-Zentren ist auf sieben Jahre befristet und an eine erfolgreiche Zwischenevaluierung gebunden. So kann Wood K plus mit den Unternehmenspartnern eine langfristige, strategisch ausgerichtete Forschungsarbeit durchführen und auch im »Projects &Services«-Bereich eine Zusammenarbeit mit zusätzlichen Wirtschaftspartnern aufbauen.

Folgende eng aufeinander abgestimmte Forschungsbereiche werden neben externen Aufträgen (Projects & Services) im Rahmen von Wood K plus aktuell bearbeitet:

  • Massivholz und Holzverbundwerkstoffe inkl. Verklebung, Trocknung und Modifikation von lignocellulosischem Material zur Herstellung höherwertiger Verbundwerkstoffe
  • Holz-Polymer-Verbunde (wpc) inkl. extrudierbare Holz-/ Melaminharz-Verbunde
  • Naturfaserwerkstoffe mit wissensbasierter Prozessoptimierung und das neue Gebiet der Oberfläche von Holz und Holzwerkstoffen
  • Holz- und Zellstoffchemie mit chemischer Prozesssimulation und Analytik
  • Marktforschung und holzwirtschaftliche Aspekte sowie Fragen der Produktionsplanung und Logistik

 

Kontakt

Institut für Holzforschung am Department für Materialwissenschaften und Prozesstechnik der Universität für Bodenkultur in Wien
Leitung: Univ.-Prof. DI Dr. Alfred Teischinger
Peter Jordan-Straße 82
A-1190 Wien 
T +43 (0)1/47654-4250
ihf@mail.boku.ac.at 
www.boku.ac.at/ holzforschung

Kompetenzzentrum Holz GmbH (Wood K plus)
Geschäftsführer: DI Boris Hultsch
Wissenschaftlicher Leiter: Univ.-Prof. DI Dr. Alfred 
Teischinger
St.-Peter-Straße 25
A-4021 Linz
T +43 (0)732/6911-4597
zentrale@kplus-wood.at 
www.kplus-wood.at