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Holz steckt CO2 hinter Gittern

Holz steckt CO2 hinter Gittern

© Hertha Hurnaus

Der Wald bindet beim Wachstum Kohlendioxid und trägt so wesentlich zum Klimaschutz bei – ein wesentlicher Vorteil in Zeiten steigender CO2-Emissionen. Wird mit Holz gebaut, bleibt der Kohlenstoff langfristig gebunden und belastet die Atmosphäre nicht. Außerdem: bei der Erzeugung von Bauholz und Holzwerkstoffen wird meist viel weniger Energie benötigt als bei der Erzeugung anderer Baumaterialien – auch das verringert CO2-Emissionen und schont so die Umwelt.

Neu entdeckte Rolle als Kohlenstoffsenke

Allein im österreichischen Wald sind ca. 800 Millionen Tonnen Kohlenstoff gespeichert. Das ist 40 Mal so viel wie hierzulande jährlich an Treibhausgasen produziert werden. Und mit dem Zuwachs an Holz nimmt auch dieser Kohlenstoffvorrat zu. Da jedoch in tropischen Gebieten die Entwaldung auf ungleich größeren Flächen fortschreitet, lassen sich die globalen Treibhausgasemissionen aus fossilen Brennstoffen nur in geringem Ausmaß kompensieren. Und die zukünftige Entwicklung ist ziemlich ungewiss. Immerhin bleibt der Kohlenstoff in jenem Holz, das zwar genutzt, aber nicht verbrannt wird, gespeichert. Weshalb viel verbautes Holz ebenfalls als Kohlenstoffsenke wirkt. Wenn Holz verbrannt wird oder im Wald in Form von Forstabfällen verrottet, verhält es sich jedenfalls CO2-neutral. Das heißt, es gibt nicht mehr an die Atmosphäre ab, als ihr vorher entnommen wurde.

Die Bedeutung von Holzverwendung

Für die Frage, inwieweit Holz als Kohlenstoffspeicher fungiert, ist seine Verwendung von entscheidender Bedeutung. Hier sind die sogenannten »Umsatzzeiten« maßgeblich, die die Zeit von der Bindung des Kohlenstoffes im Baum durch Fotosynthese und deren Abgabe an die Atmosphäre im Rahmen von Zersetzungsvorgängen oder Verbrennung umfasst. Der Einsatz von Holz in Bauwerken kann diese Umsatzzeiten verlängern.

Das Kyoto-Protokoll

In der Klimaschutzkonferenz in Kyoto (Japan) im Jahr 1997 wurden erstmals international rechtlich verbindliche Ziele zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen festgesetzt. Ferner wird im Kyoto-Protokoll die Berücksichtigung des Waldes als Kohlenstoffsenke und die Möglichkeit zum Emissionshandel festgeschrieben. Der Prozess zur Festlegung vieler Detailbestimmungen wurde bei der 7. Vertragsstaatenkonferenz in Marrakesch im Jahr 2001 abgeschlossen. Seither haben nahezu 100 Staaten das Protokoll ratifiziert. Damit es in Kraft treten kann, muss auch noch Russland die Ratifizierung vornehmen. Damit würden diese Industrieländer für die Verpflichtungsperiode 2008 bis 2012 verbindlichen Treibhausgasemissionszielen unterliegen.

Modernste Holzfeuerungstechnik

Vor dem Hintergrund hoher – oder jedenfalls stark schwankender – Ölpreise wird Holz ein immer interessanterer Energiegrundstoff. Holz brennt. Und bis heute nützen die Menschen diesen Umstand, heizen und kochen mit Holz, und damit belasten sie, so das Holz aus nachhaltiger Wirtschaft stammt, die Umwelt in keiner Weise mit dem Kohlendioxyd. Denn was da an Treibhausgas freigesetzt wird, ist nicht mehr, als vorher im Baum gebunden war. Intensive Forschungen haben in den letzten 20 Jahren zu einem Quantensprung in der Technologie moderner Holzheizungen geführt. Im Vergleich zur noch vor rund 20 Jahren vorherrschenden Technik weisen moderne Holzfeuerungen wesentlich geringere Emissionswerte und deutlich höhere Wirkungsgrade bis zu 95% auf. CO2-Emissionen konnten z.B. um 97% reduziert werden. Österreichs Heizkesselproduzenten nehmen mit ihren Produkten und ihrem Know-how dabei weltweit Spitzenpositionen ein.

Seit einiger Zeit gibt es auch Holzpellets, das sind zigarettenfiltergroße Presslinge aus Natur belassenen Säge- und Hobelspänen, die sich bestens für den vollautomatischen Heizbetrieb, gleich einer Ölheizung, eignen. Qualitätspellets aus Österreich werden auf Wunsch sogar per Tankwagen zugestellt.

Biomasse-Fernwärmeanlagen haben in den letzten zehn Jahren in allen Bundesländern Eingang gefunden. Österreich ist mit 775 Anlagen dieser Art und einer Leistungskapazität von rund 878 Megawatt europaweit führend. Biomasse-Kraftwerke erreichen einen Wirkungsgrad, den bisher nur Atomkraftwerke hatten, die keiner mehr will. Österreich ist führend in der einschlägigen Forschung und Entwicklung.

 

 

 

© Hertha Hurnaus

 

© Hertha Hurnaus

 

 

Arbeitsheft 3/03 - CO2

 

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