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Kubikmeter bindet 1 Tonne

Holz wächst und wächst und wächst ...1 Kubikmeter bindet 1 Tonne CO2

Wald

Je nach der jeweiligen Art speichert Holz zwischen 0.8 und 1.1 Tonnen CO2. Vereinfacht ist die Formel daher sehr simpel: 1 Kubikmeter Holz ist eine Tonne gespeichertes CO2.  Dieses Kohlendioxid gelangt also nicht in die Atmosphäre, sondern bleibt solange gebunden, wie das Holz physikalisch als solches existiert. Und wie wir alle wissen: Holz und Bauwerke, die daraus errichtet sind, können Jahrhunderte überdauern. Aber das ist noch nicht alles: Wenn Holz statt anderer Baustoffe wie z.B. Stahl, Aluminium, Ziegel oder Beton eingesetzt wird, fallen viele Tonnen CO2  für deren Herstellung schon einmal gar nicht an. Denn der Aufwand,  der für Gewinnung, Herstellung und natürlich den Transport anfällt, ist bei Holz wesentlich geringer.

Die (C)auberformel im Detail - Wie berechnet man den C (Kohlenstoff)-Speicherwert von Holz?
Basis für diese Berechnung sind der Prozess der Photosynthese, die in jeder Pflanze stattfindet und die chemische Zusammensetzung von Holz: Durchschnittliches Holz besteht zu 50% aus dem chemischen Element Kohlenstoff (C) Dieser Durchschnittswert wird der Einfachheit halber für solche Berechnungen herangezogen – konkret sind es z.B. bei Kiefernholz mit Darrgewicht ca. 480 kg/m3 , bei Buche mit Darrgewicht 650 kg/m3 und den Baumartenanteilen Fichte, Kiefer, Tanne, Buche, Eiche und anderen geht man von einem Mittelwert von 500 kg Holz (Darrgewicht) pro Kubikmeter Holz aus – also ca. 250 Kilo/Kubikmeter Holz. (Das so genannte Darrgewicht ist übrigens das Gewicht des wasserfreien Holzes – das Nettogewicht an Holz, sozusagen).
Wenn nun Kohlenstoff  in CO2 umgewandelt wird - also der Kohlenstoff oxidiert - entsteht aus 0,9 kg Kohlenstoff ca. 3,3kg Kohlendioxid. Das wiederum bedeutet, 250 kg Kohlenstoff/Kubikmeter Holz x 3,3 ergeben 825 kg (also ca. 1 Tonne CO2 je 1 m3 Holz). 1)

Wie fängt Holz das CO2 ein?
Der Prozess der Photosynthese ist einer der ältesten biochemischen Prozesse unseres Planeten. Er läuft in allen Pflanzen, aber auch in manchen Algen und Bakterien ab. Im Prinzip ist der Prozess einfach: Sonnenenergie (also Licht) wird allen grünen Pflanzenteilen in biomechanische Energie umgewandelt.

Bei diesem Umwandlungsprozess entziehen die Pflanzen der Luft Kohlendioxid entnehmen dem Boden Wasser und wandeln beides mit Hilfe von Lichtenergie in Kohlenhydrate um.

Wie der Name schon sagt: Die griechischen Wörter photos (Licht) und synthesis (Zusammenbau) erklären den Prozess ja bereits durch ihre Bedeutung.

In den Pflanzen (also vor allem in Bäumen mit ihren vielen Blättern oder Nadeln, die zusammen eine riesige Oberfläche bilden) wird von lichtabsorbierendem Farbstoff (Chlorophyll) Sonnennergie in biochemische Energie transformiert. Diese Energie wird gebraucht, um das Kohlendioxid aus der Luft zu binden. Aus dem anorganischen Gas, und Wasser wird durch den biochemischen Prozess eine organische Verbindung  – also Kohlenhydrate. Bei der in Pflanzen ablaufenden, so genannten oxygenen Photosynthese wird Sauerstoff, also O2 freigesetzt, denn der Kohlenstoff C ist nun im Holz gebunden.

Diese oxygene Photosynthese ist der Motor nahezu aller Ökosysteme, denn nur sie liefert  anderen Lebewesen energiereiche Baustoff- und Energiequellen und den zusätzlich den für nahezu alle Lebewesen notwendigen Sauerstoff. Dieser Sauerstoff aus den Wäldern der Erde ist es auch, der unsere Ozonschicht und damit den überlebenswichtigen Schutzschild vor kosmischer und UV-Strahlung bildet.

Tot oder lebendig: Bio-Klima-Anlage Baum
Solange ein Baum wächst (auch wenn er bereits alt ist) nimmt während seiner gesamten Zeit als lebender Organismus Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre auf – er entzieht ihr also ein wesentliches Klimagift, wandelt es in harmlosen Kohlentsoff um und gibt den freigewordenden Sauerstoff (O) wieder an die Umgebung ab. Der vermischt sich mit dem Stickstoff der Atmosphäre im Verhältnis von 78% zu 21% zu unserer Atemluft.

Der Kohlenstoff (C) hingegen bleibt im Baum –  er bildet sozusagen das Gerüst des organischen Aufbaus und bleibt für die gesamte Zeit, die der Baum als Baum oder Baustoff erhalten bleibt, gebunden. Frei wird er erst, wenn das Holz z.B. verbrannt wird oder verrottet.

Somit sind nicht nur Wälder, sondern auch Bauwerke, Möbel oder gar Spielzeug aus Holz wertvolle Kohlenstoffspeicher (oder „Kohlenstoffsenken“), die wesentlich für eine Reduktion des CO2-Gehaltes der Atmosphäre beitragen.

Egal wie ein Baum genutz wird: sein Kohlenstoffgehalt bleibt für die Lebensdauer des Produkts darin gebunden. Der vermehrte Einsatz des CO2-neutralen Rohstoffs Holz spielt eine zentrale Rolle bei der notwendigen weltweiten Reduktion der CO2-Emissionen und wird zu einer wesentlichen und wirksamen Maßnahme des Klimaschutzes. Denn der weiteren Erhöhung der CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre und dem dadurch verstärkten Treibhauseffekt mit der globalen Erderwärmung, des Klimawandels und seiner Auswirkungen kann Holz aktiv entgegenwirken.

Der Wald als Kohlenstoff-Speicher
Der Wald – also eigentlich die Bäume -  bindet bei seinem Wachstum enorme Menge Kohlendioxid. Er trägt so wesentlich zum Klimaschutz bei – in Zeiten steigender CO2-Emissionen sind gesunde Waldflächen, wie wir sie in ganz Nord-Europa finden, ein wichtiger Faktor für eine gute Zukunft. Noch dazu, wenn man bedenkt, dass in Österreich ca. ein Drittel mehr Wald nachwächst, als geerntet wird. Und er wächst schnell – jede Sekunde wächst in Österreich ein Kubikmeter Wald nach!

Allein im österreichischen Wald sind ca. 800 Millionen Tonnen Kohlenstoff gespeichert. Das ist 40 mal so viel wie hierzulande jährlich an Treibhausgasen produziert werden. Mit dem Zuwachs an Holz nimmt auch dieser Kohlenstoffvorrat zu: da aber in tropischen Gebieten die Entwaldung auf ungleich größeren Flächen ständig fortschreitet, lassen sich die globalen Treibhausgasemissionen aus fossilen Brennstoffen nur in geringem Ausmaß kompensieren. Umso wichtiger  werden die wachsenden Waldflächen auf Norhalbkugel für den Klimaschutz. Immerhin bleibt der Kohlenstoff in jenem Holz, das zwar genutzt, aber nicht verbrannt wird, gespeichert.

Viel verbautes Holz bedeutet deshalb: viel gebundener Kohlenstoff, eingebremste Emissionen und viel eingespartes CO2!  Und  wenn Holz verbrannt wird oder im Wald in Form von Forstabfällen verrottet, verhält es sich jedenfalls CO2-neutral. Das heißt, es gibt nicht mehr an die Atmosphäre ab, als ihr vorher entnommen wurde – es verhält sich also insgesamt CO2 neutral.

1) Dr. Arno Frühwald; Universität Hamburg

Zauberformer:

 

 

 

© Hertha Hurnaus

Photosynthese:

Aus Kohlendioxid (CO2) der Luft und Wasser (H2O), zusammen mit Spurenelementen aus dem Boden, werden Holz, Rinde und Laub, allgemein Biomasse, gebildet. Dabei wird Sauerstoff (O2) freigesetzt. Die notwendige Energie liefert die Sonne. Holz, Rinde und Laub sind Produkte einer natürlichen Solarfabrik.
Dies ist Solartechnik grandiosen Ausmaßes (Bild 3.1). Intelligent ist, diese Energie nachhaltig zu nutzen. Beim späteren natürlichen Abbau durch Pilze und Bakterien oder dem Verbrennen wird die Biomasse unter Energiefreisetzung wieder in CO2 und H2O zerlegt.

Photosynthese

Kohlenstoffspeicher, Kohlenstoffsenker
Etwa 50% der Holzmasse ist Kohlenstoff (C), der aus dem CO2 der Luft stammt. Damit ist Kohlenstoff für die Zeit zwischen der Photosynthese und der Oxidation des
Holzes durch Abbau oder Verbrennen gespeichert. Holz/Biomasse ist damit ein
Kohlenstoffspeicher und senkt den CO2-Gehalt in der Luft. Zusätzliche Biomasse senkt damit den CO2-Gehalt der Atmosphäre weiter

 

 

 

WALDBILD