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qualifiziert - Qualitäts- und Güteklassen

Holz hat Klasse. Garantiert!

© Hertha Hurnaus

Qualitätskontrolle im Sägewerk

http://proholz/holzistgenial2006/klasse.htm

Österreichisches Holz und Holzwerkstoffe werden nach strengen Auflagen sortiert, in Güte- und Schnittklassen eingeteilt, nach Maßhaltigkeit, Holzfeuchte etc. kategorisiert. Das heißt, man kauft immer eine Qualität, deren Eigenschaften exakt definiert sind. Und der hohe Stand der Ausbildung in Holzfachschulen und das Know-how von Meisterbetrieben steht für höchste Qualität von Verarbeitung und Bauausführung.

Qualitätsbewusstsein in Wald und Forst

Die Forstwirtschaft in Österreich praktiziert seit mehreren Jahren sogenannte Naturverjüngung. Bei dieser Methode überlässt man die Wiederaufforstung zum Teil der Natur, womit erfahrungsgemäß die genetische Vielfalt gewährleistet wird, da ausschließlich an den jeweiligen Standort angepasste Baumarten nachwachsen. Die österreichischen Waldbesitzer richten sich nach den Zertifizierungsrichtlinien des PEFC (Pan European Forest Certification). Die Nutzung des Waldes ist im Forstgesetz streng geregelt: Eine Ernte über 0,5 Hektar muss demnach behördlich genehmigt werden, eine Ernte von über 2 Hektar ist grundsätzlich verboten. Fast alles, was aus dem Wald kommt, wird auch verwertet: Stammholz als Werkstoff, Rinde, Spreißel, Hackschnitzel und Späne als Nebenprodukte in der Holzplatten-, Papier- und Zellstoffindustrie und zur Energieerzeugung.

Qualitätsbewusstsein im heutigen Holzbau

Modernste Klassifizierungstechniken erlauben höchste Präzision in der Klassifizierung und Sortierung von Holzprodukten. Und das ist eine essentielle Voraussetzung für die Qualitätssicherung in Herstellungsbetrieben von Holzprodukten als auch auf den Baustellen.

Heute werden im modernen Holzbau Projekte realisiert, an die noch vor einigen Jahren nicht einmal zu denken war! Das Basteln ist dem Planen, das Improvisieren dem Managen gewichen. Gut organisierte Vorfertigung bringt viele Vorteile, denn gerade der Holzbau eignet sich zum Baukastenprinzip. Keine Massenfertigung, aber industrielle Maßanfertigung im Werk, präzises Timing und kurze Montage vor Ort lautet die Devise.

Für die rasante Entwicklung im Holzbau spielen auch neue Holzwerkstoffe eine große Rolle. Eine kleine Auswahl:

Brettschichtholz

Fast alles Bau- und Konstruktionsholz kommt aus Fichtenwäldern. Um die Festigkeitswerte zu optimieren sowie das Schwinden und Verdrehen auszuschalten, werden Bretter zu komplexen, oft mächtigen Tragelementen verleimt. Grenzen setzen nur Fertigungsanlagen und Transport. Durchstoßen solche Träger die Dämmschicht, entstehen keine Wärmebrücken. Sie sind dreimal leichter als Beton, haben aber die gleiche Festigkeit.

Furniersperrholz

Zur Pionierzeit der fliegenden Kisten entdeckten junge Bauleute das Sperrholz für die Architektur. Seither sind die Platten aus kreuzweise verleimten Furnieren im konstruktiven Leichtbau immer wieder dabei. Aber auch im Möbel- und Innenausbau hat das Modernität verkörpernde Material seinen Platz. Manche Dogmen verschwanden: plötzlich war die helle Birke als Sperrholz salonfähig.

Langspanplatten (OSB)

Als gewöhnliche Transportkisten kamen sie vor zehn Jahren nach Europa und faszinierten die Architekten. Fingergroße Späne aus Kiefer, Lärche und Douglasie werden mit Leim zu Platten gepresst. Im zeitgenössischen Holzbau als Verkleidung oder konstruktiv zur Aussteifung eingesetzt, verfügen sie über ein breites Leistungsspektrum. Farbe dämpft ihre Textur, macht sie aber im Innenausbau erst richtig interessant.

Mitteldichte Faserplatten (MDF)

Der MDF-Werkstoff ist fest und homogen, lässt sich schneiden und schleifen wie Holz. Rest- und Durchforstungsholz, verholztes Pflanzenmaterial und Recyclingholz werden zerfasert, mit Leim, Hitze und Druck zu Platten gepresst. Lackiert oder beschichtet leisten sie beim Innenausbau gute Dienste. Puristen scheuen sich allerdings nicht und verwenden die Alleskönner natur lasiert oder leicht gebeizt.

© Ignacio Martinez

© Ignacio Martinez

© Hertha Hurnaus

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Der Weg des Baumes vom Wald zum Werkstoff Holz

Holzbau auf der Überholspur

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»Holzbau auf der Überholspur«

Ein Rondo-Spezial über die Holzarchitektur in Österreich erstellt in Zusammenarbeit zwischen proHolz Austria und Der Standard, November 2002. Zu bestellen im proHolz-Shop.