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Projekt-Datenbank: Architektur, Holzbau

Diese Holzbau-Sammlung zeigt die technischen, gestalterischen und ökologischen Potenziale von Bauen mit Holz. Eines der ältesten Baumaterialien präsentiert sich mit neuen Perspektiven für Architektur und Stadtplanung – ressourcenschonend, smart, nachhaltig und urban. Geordnet nach Kategorien, wird diese Holzarchitektur-Datenbank laufend um aktuelle Bauwerke ergänzt.

Messehalle 11 und Portalhaus West

Das Dachtragwerk aus 6,80 Meter hohen Holzfachwerkbindern überspannt stützenfrei die 78 Meter Spannweite des Obergeschosses und zählt damit zu den weltweit größten biegebeanspruchten Holztragwerken.

Bauherr

Messe Frankfurt Venue GmbH & Co KG

Architektur

Hascher Jehle Architektur, Berlin/D

Tragwerksplanung

RSP Remmel + Sattler Ingenieurgesellschaft mbH, Frankfurt am Main

Die Erweiterungsbauten der Messe Frankfurt – die neue Messehalle 11 und das Portalhaus West – liegen an einer innerstädtischen Schnittstelle von großmaßstäblicher Hallenarchitektur und kleinmaßstäblicher Wohnbebauung. Die neue Halle 11 mit horizontaler Gliederung in einen massiven Sockel, ein zurückgesetztes, verglastes Obergeschoss und eine "fliegende", fast 19 Meter auskragende Dachscheibe vermittelt mit Kubatur und Materialität zwischen den Maßstäben. Das Portalhaus bildet den neuen Zugang zum Messegelände von Westen her, es dient der Zugangskontrolle sowie der Verteilung der Besucherströme auf die beiden 78 x 160 Meter messenden Ausstellungsflächen der Halle 11. Mit Ausnahme des Dachtragwerks besteht das Hallengebäude komplett aus Stahlbetonfertigteilen. Bedingt durch die hohen Lasten im Obergeschoss und die maximale Transportgröße für die vorgespannten Betonfertigteilträger ließen sich in der Ausstellungshalle im Erdgeschoss lediglich Stützweiten von 25,60 Metern realisieren. Im Obergeschoss dagegen überbrücken 78 Meter weit spannende, knapp 7 Meter hohe Holzfachwerkbinder die gesamte Fläche stützenfrei. Die Hauptträger des Dachs wurden in drei Segmenten auf die Baustelle geliefert, vor Ort mittels modernster Nageltechnik verbunden und im Achsabstand von 10,80 Metern montiert. Ober- und Untergurte sowie die Stiele der Fachwerkträger sind aus Brettschichtholz gefertigt, die Knotenpunkte und Zugdiagonalen bestehen aus Stahl. Zur Entscheidung für das Holz- und gegen ein Stahltragwerk führten sowohl ökonomische als auch ökologische Erwägungen. Dem Ausstoß von circa 1740 Tonnen Kohlendioxid für die Herstellung der erforderlichen Menge Stahl steht die Einlagerung von 2160 Tonnen Kohlendioxid im verwendeten Baustoff Holz gegenüber. Mit 78 Metern Spannweite zählt die Dachkonstruktion der Halle 11 zu den weltweit größten biegebeanspruchten Holztragwerken.

Kategorie: Ausstellung: Bauen mit Holz, Museen und Ausstellungsgebäude