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Projekt-Datenbank: Architektur, Holzbau

Diese Holzbau-Sammlung zeigt die technischen, gestalterischen und ökologischen Potenziale von Bauen mit Holz. Eines der ältesten Baumaterialien präsentiert sich mit neuen Perspektiven für Architektur und Stadtplanung – ressourcenschonend, smart, nachhaltig und urban. Geordnet nach Kategorien, wird diese Holzarchitektur-Datenbank laufend um aktuelle Bauwerke ergänzt.

Storchenhaus

E113_W Storchenhaus

Bauherr: Raiding Foundation
Planung: Fujimori Terunobu
Holzbaubetrieb: Zimmerei Gottfried Kogler
Statik: RWT PLUS ZT GmbH

Das Storchenhaus ist ein bewohnbares Kunstwerk, wo Architekturenthusiasten, Burgenlandtouristen, Musiker, Künstler und Literaten übernachten können. Der Garten vor dem Haus steht für Veranstaltungen zur Verfügung. Hinter dem Gebäude ist die Begrünung Bewohnern vorbehalten. Der Bau wurde zum Teil durch Sachspenden ermöglicht. Mit Erträgen aus Übernachtungen soll die Erhaltung, Betreibung und Bewerbung des Kunstwerkes finanziert werden. Architekturführungen helfen zudem, das Storchenhaus und den Architekten näher kennenzulernen. Roland Hagenberg, Autor und Fotograf in Tokio, ist der Initiator und Kurator des Raiding Projects. Seit mehr als zehn Jahren arbeitet Roland Hagenberg mit diesen Architekten an Ausstellungskonzepten und berichtet über deren Kreationen in Büchern und Magazinen. Richard Woschitz (Woschitz Engineering) entwickelt zusammen mit den Architekten die Baupläne des Raiding Projects und betreut die Umsetzung als Generalkonsulent. Das Storchenhaus besteht aus zwei Wohnebenen mit einer Gesamtfläche von 37qm. In der unteren befindet sich ein multifunktionaler Raum mit integrierter Küche, Dusche, Toilette (TOTO NC Series) und einem offenen Kamin. Der Schlafbereich mit japanischen Futons ist im oberen Halbstock integriert. Die beiden schrägen Gipsdecken (abgewinkelt wie die Flügel eines Falters) vereinen sich in der nördlichen Gebäudekante sieben Meter hoch bei einem rohen Eichenstamm. Fujimori hat die weissen Decken und Wände mit einem Mosaik aus verkohlten Holzsplittern ausgelegt. Sie breiten sich wie schwarzer Regen aus. Der Eichenstamm durchdringt über dem Schlafbereich das Dach und trägt in 13 Meter Höhe ein Storchennest. Die Zugvögel aus Afrika hatten sich dort im Sommer 2012 bereits niedergelassen. Das Dach besteht aus Schilf gebaut nach burgenländischer und japanischer Tradition. Die schwarze Fassade wiederum ist aus Yakisugi verkohltes Holz. Fujimori und Hagenberg haben die 286 Bretter nach einer alten japanischen Methode angebrannt. Küche, Tische, Stühle, Lampen und Schrank hat Fujimori ebenfalls selber entworfen und zusammen mit Dominik Petz/Tischlerei Ecker GmbH entwickelt. Eine Terrasse umgibt das Haus von zwei Seiten. Sie wird von Dachausläufern abgedeckt und gestützt von sieben verwachsenen Eichenstämmen. Im hinteren Teil des Gartens fängt eine 4000-Liter-Zisterne Regenwasser von umliegenden Dächern auf. Den Gehweg vor dem Storchenhaus in der Neugasse hat die Gemeinde Raiding mit 1000 alten Pflastersteinen angelegt

Kategorie: Öffentliche und touristische Bauten