Inhalt

IBA Hamburg: Stadt neu bauen

Auf der Internationalen Bauausstellung spielt der Baustoff Holz eine wesentliche Rolle.

Am 23. März eröffnete die Internationale Bauausstellung in Hamburg. Auf dem 35 Quadratkilometer großen Projektgebiet finden Fragestellungen zur Metropole des 21. Jahrhunderts unterschiedliche Antworten. Bauen mit Holz spielt dabei eine wesentliche Rolle.

Im Rahmen der IBA findet ein umfangreiches Angebot an Veranstaltungen statt. Ein IBA-Architekturgespräch am 22. August wird sich zum Beispiel ausschließlich mit den zukunftsweisenden Ansätzen im Holzbau beschäftigen. Denn in den letzten Jahren ist verstärkt einerseits das Bewusstsein für das innovative Potential des Baustoffs Holz gestiegen, andererseits sind seine großen Vorteile (wie Energie- und Kosteneffizienz) für eine moderne, nachhaltige Stadtentwicklung nicht mehr wegzudenken. Fünf Projekte im Speziellen zeigen innovative Wege im Bauen mit Holz.

WOODCUBE

Das fünfgeschossige Wohnhaus WOODCUBE emittiert über den gesamten Lebenszyklus hinweg keinerlei Treibhausgase und ist vollständig biologisch recyclebar. Sämtliche Baumaterialien des Gebäudes wurden daher auf ihr CO2-Potential und ihre baubiologische Verträglichkeit überprüft.

WOODCUBE besteht fast vollständig aus naturbelassenen, gesunden Hölzern, die Verwendung von Bauchemie, Leim und jegliche Schutzanstriche sind ein Tabu. Sogar die Balkonplatten, die aus der unbehandelten Fassade aus Vollholz hervorragen, sind aus Holz. Aber nicht nur von Außen, sondern auch im Inneren an Decken, Wänden und Böden bleiben die Holzbaustoffe weitestgehend sichtbar. Ein innovativer Schritt betrifft den massiven innenliegenden Treppenhauskern, um den ungekapselte Voll-Holz-Außenwände ohne die Verwendung von Folien und Klebstoffen gestellt sind. Der Entwurf aus der Reihe Smart Material Houses stammt vom Stuttgarter Büro architekturagentur.

Case Study #1

Das Case Study #1 passt sich der Lebenssituation seiner Bewohner an, ist kostengünstig und überall realisierbar. Es kann als alleinstehendes Mehrfamilienhaus in weniger dicht besiedelten Räumen stehen oder innerstädtisch in einer Baulücke.

Das Konstruktionsprinzip beruht auf einem Modulsystem: 45 Quadratmeter große Module mit quadratischer Grundfläche werden horizontal oder vertikal zusammengesetzt und gestapelt. So entstehen Grundrisse, die eine individuelle Aufteilung ermöglichen und geschossübergreifend sein können. Die Wohnmodule konzentrieren sich um einen Schacht mit haustechnischen Installationen, der als statischer Anker wirkt. Sie bestehen aus vorgefertigten Elementen wie Spannbetondecken, Holz-Verbund-Konstruktionen und Beton-Fertigteilwänden mit vorgehängter Holzkonstruktion.

CSH Case Study Hamburg

Ähnlich wie beim Case Study #1 basiert das Prinzip des CSH Hamburg auf einfach zusammensetzbaren, vorgefertigten Bauelementen, die vielfältige Konstruktionen und Wohnungstypen zulassen. Unterschiedlich große Wohnmodule werden um einen Erschließungskern gestapelt und können vertikal und horizontal verbunden werden. Die Bewohner entscheiden selbst, ob sie in Etagen- oder Maisonettewohnungen mit zwei bis vier Zimmern wohnen wollen.

Das Gebäude zeichnet sich durch einen hohen Anteil an Vollholz-Elementen aus. Der Baustoff Holz vereinfacht die Montage und spart Kosten: Die vier Geschosse können in vier Wochen montiert werden, der Innenausbau kann anschließend sofort erfolgen. Die Außen- und Wohnungswände sind aus Bettsperrholztafeln. Eine Verbundkonstruktion aus Holz und Beton überspannt die tragenden Wände und erlaubt großzügige Deckenspannweiten. Entworfen wurde das Case Study Hamburg von dem in London, Berlin und New York ansässigen Architekturbüro Adjaye Associates.

Holz 5 1/4

In den beiden Wohngebäuden Holz 5 1/4 trifft sich in besonderer Weise traditioneller Wohnungsbau mit innovativen ökologischen Bauweisen. Holzelemente mit Stahlbeton-Treppenhäusern und -Decken werden hier zu einer neuen Bauform verschmolzen.

Die tragende Struktur der Gebäude besteht aus einer Mischung aus Stahlbeton und Massivholz. Die Holzfassaden werden aus vorgefertigten Elementen errichtet. Ein entsprechendes Brandschutzkonzept ermöglicht es, dass die Holzfassaden in den Innenräumen sichtbar bleiben, ohne abgekapselt zu werden.

Der Name „5 1/4" leitet sich von der Anzahl der Stockwerke ab: Die beiden Wohnhäuser mit insgesamt 28 Eigentumswohnungen bestehen aus fünf Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss.

Wälderhaus

In den unteren beiden Geschossen des fünfstöckigen Hauses wird einerseits eine Dauerausstellung zum Thema Wald und Nachhaltigkeit gezeigt, andererseits dienen sie als Tagungs- und Veranstaltungszentrum mit Gastronomiebereich.

Im Hotel in den oberen drei Geschossen aus Massivholz wohnen die Gäste sozusagen in inniger Zwietracht mit Insekten und Vögeln: In die Lärchenholzfassade sind Pflanzennester eingebettet, die fliegenden Gäste sind willkommen. Auch das begrünte Dach bietet Lebensraum für Pflanzen und Tiere.
 Der Entwurf stammt vom Studio Andreas Heller Architects & Designers.