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proHolz Student Trophy 2020: Siegerprojekte zeigen, wie Wien Gemeindebauten aufstocken kann

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proHolz Austria, Stadt Wien und Wiener Wohnen prämierten im Rahmen des internationalen Studentenwettbewerbs die besten Ideen für Aufstockungen aus Holz auf bestehende Wiener Gemeindebauten der Nachkriegszeit. 127 Wettbewerbsbeiträge aus 7 Nationen sind eingelangt, daraus hat eine Fachjury 3 Siegerprojekte und 8 Anerkennungen gekürt.

Die mit insgesamt 8.500 Euro dotierten Preise wurden bei einer feierlichen Preisverleihung am 13. Oktober 2020 im Festsaal der TU Wien vergeben.

Bauaufgabe: Städtische Nachverdichtung durch Aufstockung
Wien wächst rasant an EinwohnerInnen, bis 2027 soll die Stadt zur 2-Millionen-Metropole werden. Aufgrund des hohen Bevölkerungswachstums benötigt Wien dringend zusätzlichen Wohnraum. Aufstockungen bestehender Wohnbauten bieten die Chance, Wien in die Höhe wachsen zu lassen und neuen Wohnraum ohne neuen Verbrauch von Bodenflächen schaffen zu können. Das Material Holz bringt für diese Bauaufgabe viele bautechnische Vorteile mit, gleichzeitig trägt es zu grünen, klimafreundlichen Städten der Zukunft bei.

Gemeindebauten der Nachkriegszeit bieten hohes Aufstockungspotential
In Wien machen Gemeindebauten der Nachkriegszeit einen großen Teil der Bestandswohnbauten aus und bieten ein besonders hohes Potential für Aufstockungen. Allein die zwischen 1950 und 1970 errichteten Gemeindebauten eröffnen durch Erweiterungen um ein oder zwei Geschosse nach oben die Möglichkeit von bis zu 7.600 neuen Wohnungen (Studie Attic Adapt 2050 von BOKU Wien und alpS GmbH). Mit ihren schlichten Baukörpern, einheitlichen Grundrissen und der geringen Bebauungsdichte von damals bringen diese Gebäude weitgehend identische Voraussetzungen für Aufstockungen mit sich. „Das Potential der Gemeindebauten der Nachkriegszeit zu nutzen, ist Teil der Strategie der Stadt Wien zur Schaffung von zusätzlichem Wohnraum. Wir sind an systemhaften Lösungen, die auf viele dieser Gebäude übertragbar sind, interessiert“, erläutert Andreas Meinhold, WSE Wiener Standortentwicklung GmbH.

Holz bringt bautechnische und ökologische Vorteile
Holz ist prädestiniert für diese urbane und zukunftsorientierte Bauaufgabe, die nicht nur Wien, sondern auch viele andere wachsende Städte in Europa beschäftigt. „Das geringe Gewicht von Holz bringt statische Vorteile. Der hohe Vorfertigungsgrad im Holzbau ermöglicht schnelles und störungsarmes Bauen – ein besonders wichtiger Faktor bei Bautätigkeiten an bereits bewohnten Gebäuden. Nicht zuletzt trägt Holz als nachwachsendes und CO2-bindendes Baumaterial zum Klimaschutz und zur Dekarbonisierung der Städte bei“, so Richard Stralz, Obmann von proHolz Austria.

Überzeugende Ideen von PlanerInnen der Zukunft   
Die proHolz Student Trophy 2020 suchte nachhaltige Ideen auf allen Ebenen. Von den Studierenden, die als Teams aus angehenden ArchitektInnen und BauingenieurInnen einreichen konnten, waren Lösungen mit dem Baustoff Holz gefordert, die nicht nur systemhaft und damit vielfach übertragbar sind, sondern die auch leistbare Wohnungen mit guten Grundrissen und einen Mehrwert für die bestehenden MieterInnen in Form von neu entstehenden Gemeinschaftsflächen, Loggien oder Balkonen hervorbringen. Zudem waren Klimaverbesserungen durch Fassaden- oder Dachflächenbegrünungen ein wesentliches Kriterium. „Die Wettbewerbsbeiträge zeigen eindrucksvoll, welche Möglichkeiten der durch neue Technologien revolutionierte, moderne Holzbau gestalterisch bietet und wie mit durchdachten Aufstockungslösungen eine Umkehr zu smartem, sozial nachhaltigem sowie klima- und ressourcenschonendem Weiterbauen in den Städten gelingen kann. Aus vielen guten Einreichungen sind letztlich würdige Siegerprojekte mit Realisierungspotential, das die Stadt Wien sicher zu nutzen weiß, hervorgegangen“, sagt Maximilian Rudolf Luger, Juryvorsitzender, Architekten Luger & Maul.

Holzbau-Knowhow für den Nachwuchs
Etwa ein Drittel der Einreichungen kam aus Österreich, ein weiteres Drittel aus Deutschland, der Rest aus Italien und Slowenien, aber auch aus Russland, Kroatien und der Slowakei. „Ziel von proHolz Austria ist es, möglichst viele Studierende zur konkreten, praktischen Auseinandersetzung mit dem modernen Holzbau zu bringen, Begeisterung für das vielfältige Material Holz zu wecken und Knowhow für dessen Anwendung im späteren Berufsleben mitzugeben. Mit der proHolz Student Trophy 2020 ist uns das weit über die Grenzen Österreichs hinaus gelungen“, so Stralz.

 

Siegerprojekt "Modulus" - Aufstockung für Wohnhausanlage Pantucekgasse 33, 1110 Wien (Monika Kalinowska, Denys Karandiuk, Weronika Moscicka - Universität für angewandte Kunst Wien)
Siegerprojekt "AUFgewertet" - Aufstockung für Wohnhausanlage Brunnweg 4, 1100 Wien (Sofia Kholodkova, Yana Shcherbakova, Katharina Kögl - Technische Universität München)
Siegerprojekt "Wohncollage" - Aufstockung für Wohnhausanlage Maroltingergasse 19-25, 1160 Wien (Viktoria Harzl, Fabian Lazarus - FH Joanneum Graz)

Details zu den prämierten Projekten:
proholz-student-trophy.at/preistraeger

Bestellung Broschüre:
Bauaufgabe und Ergebnisse der proHolz Student Trophy 2020 gibt es auch dokumentiert in einer Broschüre.
Diese kann hier unentgeltlich bestellt werden.

Kontaktadresse

Sieglinde Weger
proHolz Austria
Am Heumarkt 12
1030 Wien
T +43 (0)1/712 04 74 - 13
weger@proholz.at
www.proholz.at