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zuschnitt 17

Holz +

Holz + Beton + Stahl + Glas + Kunststoff + Textilien ... 
Holz kombiniert richtig und leistet gemeinsam mit anderen Materialien Teamwork. Ob im großen oder kleinen Maßstab, im Geschosswohnbau oder als Hightech-Produkt: Holz mischt mit und zeigt sich gesellschaftsfähig.

Wer baut mischt. Kein Gebäude mit annähernd konventioneller Nutzung kann errichtet werden, ohne dass verschiedene Materialien neben- und miteinander zum Einsatz kommen. Notwendige Eigenschaften wie Tragfähigkeit, Dichtheit, Transparenz etc. erfordern die Verwendung von dafür geeigneten Baustoffen. Darüber hinaus verfügen alle Materialien über spezifische Merkmale und es ist eine Frage der Perspektive, ob diese in einem bestimmten Zussammenhang für wünschenswert erachtet werden oder nicht.

 Man kann sich für oder gegen Holz entscheiden, weil es schwingt, man kann sich für oder gegen Glas entscheiden, weil es transparent ist, man kann sich für oder gegen Beton entscheiden, weil er Wärme und Kälte speichert, man kann jenseits materialdogmatischer Präferenzen entwerfen. Das Zusammenspiel von Materialien, die verteilten Rollen, die unterschiedliche Baustoffe übernehmen, lassen im Idealfall Bauwerke entstehen, die um vieles selbstverständlicher, harmonischer und »authentischer« sind als solche, bei denen unter Aufbietung aller technischen Möglichkeiten auf »Materialreinheit« hingearbeitet wurde. 

Die vier Projektbeispiele, die in diesem Heft vorgestellt werden, decken völlig unterschiedliche Themen ab, gemeinsam ist ihnen der materialgerechte Zugang: 
 

  • Mit dem Neubau des Sportstadions in St. Lambrecht von Gerhard Mitterberger zeigen wir ein formal, technisch und bauphysikalisch sehr reduziertes Bauwerk, das durch die Eleganz und Exaktheit des Materialeinsatzes besticht.
  • Beim Altenheim in Landeck sanieren gharakhanzadeh sandbichler architekten eine bauphysikalisch mangelhafte Struktur aus den 1970er Jahren mit Hilfe von Holzmodulen, die in die tragende Betonstruktur des Bestandes eingeschoben werden.
  • Die Niedrigenergie-Fertigteilhäuser aus der Reihe »Standard Solar« von Driendl*Steixner bzw. Gerhard Steixner basieren funktional und formal von »Standard Solar I« aus dem Jahr 1987 bis zum »art for art«-Haus, das 2004 fertig gestellt wurde, auf dem Einsatz unterschiedlicher Baustoffe und der Erarbeitung von Details, in denen jedes Material punktgenau verwendet wird.
  • Schließlich stellen wir den Um- und Zubau der ID-Werkstatt in Traun von Raimund Dickinger vor, wo eine scharfe Trennung von Holz, Beton und Glas vorgenommen wird und zwar sowohl in konstruktiver als auch in sinnlicher Hinsicht. 


Eine Übersicht über Holz und Holzwerkstoffe, deren Eigenschaften durch Hinzufügen anderer Materialien spezifiziert werden, vervollständigt den Themenschwerpunkt dieses Heftes, das mit der Beschreibung eines Produkts (beinahe) endet, welches exemplarisch ist für effizientesten Materialeinsatz auf Lowtech-Basis: der Steinschleuder als Bild für die intelligente Kombination und Anwendung verschiedener Bestandteile gemäß ihren Eigenschaften und gegen engstirnigen Materialfetischismus. Denn Holz ist zwar einzigartig, aber durchaus gesellschaftsfähig.

Inhaltsverzeichnis zuschnitt 17

  • Sportstadion St. LambrechtEindeutige Teile

    Eva Guttmann im Gespräch mit Gerhard Mitterberger über den atmosphärischen Einsatz der Materialien im Stadion und über die Selbstverständlichkeit, mit der Beton, Stahl und Holz nebeneinander stehen.

  • Altenheim LandeckGedämmte Baukosten

    Mit dem Einsatz eines modularen Holzbausystems verpassten gharakhanzadeh sandbichler architekten aus Wien dem Altenheim Landeck in nur zehn Wochen ein funktionales und bautechnisches Update.

  • Mischen possibleStandard Solar I – IV ff

    In Modul-Mischbauweise errichtet, übernimmt in den »Standard Solar«-Häusern der Architekten Georg Driendl und Gerhard Steixner jedes Material spezifische energie- und produktionstechnische Aufgaben.

  • ID-Werkstatt TraunSinnlichkeit mit System

    Aus konstruktiven und bauphysikalischen Gründen wurde im neuen Zubau Holz und Beton kombiniert. Holz sorgt zusätzlich für ein angenehmes Raumklima, Beton dient als Speichermasse.

  • Kombinationsmöglichkeiten im GeschossbauLeicht und massiv

    Durch das erhöhte ökologische Bewusstsein gewann der Holzbau in reiner Form sowie in Kombination mit mineralischen Baustoffen wieder an Bedeutung. Dieser Beitrag zeigt grundsätzliche Varianten im Geschossbau.

  • Holz + GlasVerklebung zum statischen Verbund

    Die wesentlichen Vorteile von Klebefugen liegen auf der Hand. Je nach Art der Verbundmaterialien stehen dabei verschiedene stoff-, form-, kraft- oder reibschlüssige Verbindungsmöglichkeiten zur Verfügung.

  • Holz + BetonForschung und Perspektiven

    In Zukunft werden mehrschichtige Deckensysteme, wie Holzleichtbetone oder faserbewehrte Betone, im Vordergrund stehen, um Verbunddecken noch leistungsfähiger und wirtschaftlicher zu machen.

  • Holz + hochfeste FasernLeistungssteigerung durch Bewehrung

    Durch die Zugabe geringer Mengen von hochfesten Fasern kann der Baustoff Holz zu einem mechanisch höher belastbaren Verbundmaterial modifiziert werden.

  • Holz + TextilFormholzprofile und textile Verstärkungen

    Die Verstärkung von Formholzrohren erfolgt einerseits durch Einschlagen mit flächigen Geweben oder Gelegen, andererseits durch räumliche, biaxiale Gestricke, die aufgezogen werden.

  • Holz + KunststoffWood-Plastic-Composite

    Der Werkstoff Wood-Plastic-Composite ist eine Verbindung von Holzfasern mit einer Kunststoffmatrix. Er erlaubt eine bisher nicht gekannte Formenvielfalt bei wirtschaftlich vertretbaren Produktionskosten.

  • Holz, Gummi, Draht und Steine

    Die Steinschleuder, oder Zwille, gehört zu den Insignien ferner, unbekümmerter Jungenstreiche und war außerdem unverzichtbares Accessoire der Lederhose, in deren Seitentasche sie getragen wurde.

  • Marjetica Potrc

    Marjetica Potrc, 1953 in Ljubljana geboren, studierte Architektur und Kunst an der dortigen Universität. Ihre Kunst entsteht aus der Beobachtung von globalen Entwicklungen im Bereich der Urbanistik.

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8,00 €
FormatDIN A4
Seiten28
Gewicht0.150kg
ISBN978-3-902320-24-9
AuflageMärz 2005

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