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zuschnitt 8

Forst & Holz

Eines leistet der Wald konstant - seine Bäume wandeln schädliches Kohlendioxid in lebensnotwendigen Sauerstoff um und produzieren aus dem Wasser und den Nährstoffen des Bodens Holz, Rinde und Laub. Die wirtschaftliche wie die kulturelle Bedeutung des Waldes unterliegt hingegen dem Zeitenwandel wie seine Erscheinung und die Waldbewirtschaftung. Heute ist aus der Forst- und Sägewirtschaft ein hochtechnisierter Industriezweig geworden, in dem neue Methoden und Technologien die Wertschöpfungskette des Rohstoffs Holz vom Wald bis zur Weiterverarbeitung optimieren.

Forst & Holz, das Thema dieser Ausgabe, ist so umfassend, dass wir es - wie auch den Wald - nur ausschnittweise »betreten« können.

Jeder von uns hat ein anderes Bild vom Wald im Kopf, je nachdem, wo er aufgewachsen ist. Auch unser Wissen über Wald und Holz folgt einer selektiven Wahrnehmung, die subjektiv interpretiert und gespeichert wird und bestenfalls dem entspricht, was unsere Eltern noch unter Allgemeinwissen verstanden haben. Wir wissen ein wenig von der Historie des Waldes - um das Jahr 1000 waren 95 Prozent Österreichs bewaldet - oder von der mythologischen Bedeutung des »Finsterwaldes« in früheren Zeiten - im Mittelalter war der Wald als singulärer Begriff ein Synonym für Nutzen und Fruchtgenuss, aber auch für Gefahren und Angst, etwa vor wilden Tieren. 

Wir kennen den Wald als Ressource, die uns buchstäblich die Luft zum Atmen reinigt, aber wissen wir genau, wie der Baum aufgebaut ist, wie sein Wachstum und die Fotosynthese funktionieren? Wussten Sie etwa, dass die halbe Million grüner Nadeln einer 100 Jahre alten und 30 Meter hohen Rottanne der Oberfläche von zwei Fußballfeldern entspricht, und pro Tag fast 20 Kilogramm CO2 verarbeitet? Kohlendioxid rein - Sauerstoff raus. Kohlenstoff wird eingelagert und lässt Holz wachsen. Das Ganze ist Teil des natürlichsten Kreislaufs überhaupt.
Von Waldökologie haben wir eine Ahnung, von moderner Waldbewirtschaftung schon weniger. Die Waldnutzung ist immer noch mit Klischeebildern besetzt. Der Waldarbeiter, ein kerniger Naturbursch, der bei Vollmond - oder Neumond? - mit Axt und Bandsäge unter Lebensgefahr den Baum fällt. Dass die Forst- und Holzwirtschaft zum Industriezweig geworden ist, hochtechnisiert und mit modernstem Gerät ausgestattet, will Ihnen Zuschnitt in dieser Ausgabe zeigen.

Und will Sie staunen machen. Über das Wunder Baum mit seinem komplexen Aufbau. Über den Wald, seine umweltpolitische Bedeutung und seinen Nutzen. Über das Material Holz in seiner Beschaffenheit. Es ist leicht, kräftig und extrem vielseitig einsetzbar. Es der einzige Stoff, der zu seiner Verwendung als Baumaterial für den Menschen bereits in der Natur vorhanden ist. Holz ist, unmittelbar sinnlich und haptisch erlebbar, von der Wiege bis zur Bahre Teil unseres Alltags und transformiert auch dort, wo es uns gar nicht bewusst ist und wir es nicht vermuten würden. 
Holz ist Rohstoff für ganz verschiedene Industrien: Für das Papier der Buchseite, die zum Groteil aus verflüssigtem Holz besteht (Gilt auch für »An der Baumgrenze« und »Holzfällen« von Thomas Bernhard, bei dem der Wald der Gegenpol zur verlogenen Stadt ist). Aus Holz entsteht die Viscosefaser im T-Shirt. Und die Lakritze - aus dem eingedickten Saft der Wurzel des Süßholzbaumes, angereichert mit Zucker, Sirup und Gummiarabikum. Vom Holz sind fast alle Dinge des Lebens berührt.

Inhaltsverzeichnis zuschnitt 8

  • Geschichte des Waldes

    Durch Jahrtausende war der Wald für die Menschheit Reserve und Ressource zugleich. Nichtsdestotrotz waren immer wieder Gesetze notwendig, um ihn vor anthropogenen Einflüssen zu schützen.

  • Mythologie des Waldes

    Aufgrund der engen Lebensraumverbindung von Wald und Mensch konnten Baum und Wald zu Kristallisationspunkten von kosmologischen, anthropologischen und religiösen Vorstellungen werden.

  • Album

    In dieser Sammlung von Fakten finden sie umfassende Informationen zum Holz: Von den vielfältigen Eigenschaften des Holzes bis hin zur Holz- und Forstwirtschaft in den österreichischen Wäldern.

  • Strategien der Forstwirtschaft

    Kostensenkung durch Zukauf von Dienstleistungen, Produktivitätssteigerung mit neuen Holzernteverfahren und die Schaffung neuer Geschäftsfelder erhalten die Forstwirtschaft entwicklungsfähig.

  • Leistungsfähige Holzernteverfahren

    In Österreich wird die Holzernte voll- und hochmechanisch betrieben. Die Verfahren unterscheiden sich in der Art des Baumfällens sowie im Transport der Stammabschnitte zur Forststraße.

  • Holz hat Zukunft

    Holz als nachwachsende Ressource hat großes Zukunftspotential, wenn man an die gesellschaftspolitische Herausforderung einer nachhaltigen und ökologischen Bewirtschaftung unserer Erde denkt.

  • Was ist eigentlich Holz?

    Holz besteht aus Cellulose und Lignin; es enthält zudem Harze, Wachse, Fette, Öle, Stärke, Zucker, verschiedene Mineral-, Gerb- und Farbstoffe sowie Alkaloide. Vor allem das Lignin ist zellenbildend.

  • Weihnachten. Vegetationskultische Reflexionen

    Die Beschenkung der Kleinen geht auf den Unschuldigkindleinstag zurück, an dem Klöster einen Kinderbischof ernannten, der an diesem Tag mit kindlichem Gefolge die Gaben wie eine Steuer eintrieb.

  • Facts zum Christbaum

    Die protestantische Prinzessin Henriette von Nassau-Weilburg, Gattin Erzherzog Karls, des Siegers von Aspern über Napoleon, führte 1816 hierzulande einen alten Brauch aus ihrer rheinländischen Heimat ein.

  • Barrique Getoastetes Holz

    Edler Wein: Von innovativen heimischen Winzern nachgefragt, werden Barriques aus Weinviertler Eiche seit einigen Jahren auch in Österreich wieder produziert. Der Trend zum Barrique ist jedoch international.

  • Golser, Kandut, Pliem und Rubin

    Holz ist für Egon Rubin Energieträger und somit Basis für einen Dialog zwischen Künstler und Material. Rubin ist einer der vier Bildhauer, die für den Villacher Hausberg, den Dobratsch, Skulpturen aus Holz geschaffen haben.

zuschnitt 8

 

Vergriffen!
FormatDIN A4
Seiten28
Gewicht0.150kg
AuflageDezember 2002 - Februar 2003

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