Tectum
Sanfte Überformung

Jurybewertung
Die zweigeschossige Aufstockung auf den Bestand setzt sich zu den Nachbargebäuden durch den Versatz der neuen Stiegenhäuser seitlich klar ab. So entstehen straßenseitig zwei private Rückzugsterrassen, hofseitig ein großzügiger und qualitätsvoller Dachgarten für die Hausbewohner:innen. Zwischen Alt und Neu erfolgt eine gestalterisch feinfühlige sowie inhaltlich klare Trennung. In Schottenbauweise formuliert der Neubau Wohngemeinschaften über Maisonetten, die attraktive Wohnsituationen schaffen. Der Entwurf gliedert sich in seiner ansprechenden Ausformulierung unaufgeregt in den Straßenzug ein. Holzbau und Tragwerk scheinen ausreichend gelöst: Die vertikalen und horizontalen Lastabtragungen sind gut ablesbar, der Übergang zum Bestand ist wohlüberlegt, auch die Bestandsdecke wird in das technische Konzept integriert. Lediglich Vorfertigungsgrad und U-Wert ließen sich beispielweise durch Wand- und Dachelemente in Riegelbauweise bei gleichzeitig wirtschaftlicherer Darstellung wesentlich erhöhen. Um die Bauzeit zu verringern, könnten die Bäder als vorgefertigte Module entwickelt werden. Die Fügungen der Elemente mit Holz-Holz-Verbindungen sind sehr gut ausgearbeitet, allerdings ist eine Realisierung in der Praxis aus Kostengründen fraglich. Aufgrund der sensiblen Fortführung des denkmalgeschützten Bestands auch im Sinne einer Rückbaubarkeit verleiht die Jury diesem Projekt eine besondere Würdigung.
Daten zum Objekt
Team
Gord von Campe, Johannes Damm, Franka Frye
Hochschule/University
Bauhaus-Universität Weimar
Institut/Department
Architektur und Urbanistik, Professur Denkmalpflege und Baugeschichte
Betreuung/Tutors
Daniela Spiegel, Christine Dörner, Luise Nerlich, Henrik Hinterbrandner




