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Brennholz aus dem Tankwagen

Bei der Reduktion der Treibhausgasemissionen ist neben Maßnahmen zur Energieeinsparung die Verwendung von Energieträgern ein wichtiges Kriterium. Die Wahl des Energieträgers hat weitreichende ökologische und ökonomische Konsequenzen. Dabei haben erneuerbare Energieträger wie z.B. Holz unschlagbare Vorteile.

Holzheizung: bequem - ökonomisch - ökologisch
Das Verbrennen von Holz ist CO2-neutral. Während bei der erst rund 300 Jahre alten Nutzung fossiler Rohstoffe jene Mengen CO2 freigesetzt werden, welche die Natur während Jahrmillionen in den Öl- und Kohlelagerstätten gespeichert hat, wird beim Einsatz nachwachsender Rohstoffe nicht mehr CO2 abgegeben, als die Pflanzen während ihres natürlichen Wachstums aufgenommen haben. Somit wird der verstärkte Einsatz von Biomasse zur wichtigsten Maßnahme der Klimaschutzpolitik. Die Versorgung mit Holz ist in Österreich gesichert. Jedes Jahr wächst mehr Holz zu als geerntet wird. Die derzeitige Brennholznutzung von 3,0 - 3,5 Mio. Festmeter könnte problemlos verdoppelt werden, ohne die Nachhaltigkeit der Produktion zu beeinflussen. Die Wertschöpfung bleibt im Land, Arbeitsplätze werden gesichert. Heizen mit heimischem Holz wirkt sich positiv auf die Handelsbilanz aus. Fossile Energieträger belasten diese mit über vier Milliarden Euro im Jahr.

Modernste Holzfeuerungstechnik
Intensive Forschungen haben in den letzten 20 Jahren zu einem Quantensprung in der Technologie moderner Holzheizungen geführt. Im Vergleich zu alten aus den 80-er Jahren weisen moderne Holzfeuerungen wesentlich geringere Emissionswerte und deutlich höhere Wirkungsgrade, bis zu 95% auf. CO2-Emissionen konnten z.B. um 97% reduziert werden. Österreichs Heizkesselproduzenten nehmen mit ihren Produkten und ihrem Know-how dabei weltweit Spitzenpositionen ein. Leider wird Heizen mit Holz immer noch mit dem mühsamen und ständigen Nachlegen von Stückholz in Verbindung gebracht.

Pellets-Boom
Seit einiger Zeit gibt es aber Holzpellets, das sind zigarettenfiltergroße Presslinge aus naturbelassenen Säge- und Hobelspänen, die sich bestens für den vollautomatischen Heizbetrieb, gleich einer Ölheizung, eignen. Qualitätspellets aus Österreich werden auf Wunsch sogar per Tankwagen zugestellt. Der Jahresbedarf für ein Einfamilienhaus mit 150m² Wohnfläche und rund 12 KW Heizlast beträgt ca. 7,5m³. Dafür benötigt man einen Lagerraum mit 2x3m Grundrissfläche. Ende des Jahres sollte die neue ÖNORM M 7137 «Anforderungen an die Pelletslagerung beim Verbraucher« veröffentlicht werden. Aufgrund der überzeugenden Vorteile haben es Pelletsfeuerungen geschafft, auch in den städtischen Bereich vorzudringen. Die jährlichen Zuwächse liegen in Österreich bei rund 4.500 Neuinstallationen. Praktisch sind Kombigeräte, die mit wenigen Handgriffen auf Scheitholz umzustellen sind. Scheitholzheizungen gehören nicht mehr zum »alten Eisen«, wie manche glauben. Als moderne Scheitholzheizung wird die Kombination Scheitholzvergaserkessel in Verbindung mit einem Pufferspeicher gesehen. Bei einer Brenndauer von bis zu 14 Stunden braucht in der kalten Jahreszeit nur mehr ein- bis maximal zweimal pro Tag nachgelegt werden.

Energiecontracting
Biomasse-Fernwärmeanlagen haben in den letzten zehn Jahren in allen Bundesländern Eingang gefunden. Österreich ist mit 775 Anlagen dieser Art und einer Leistungskapazität von rund 878 Megawatt europaweit führend. Aufgrund der hohen Investitionskosten, insbesondere für die Fernwärmenetze, geht der Trend heute verstärkt zu kleineren Anlagen, zu sogenannten »Mikronetzen« und »Contractingmodellen«. Betreiber sind vor allem bäuerliche Fernwärmegenossenschaften, aber auch bäuerliche Einzelunternehmer und größere Forstbetriebe. Diese wollen nicht nur den Rohstoff Holz liefern, sondern dort, wo dies zielführend ist, das veredelte Produkt Wärme als Dienstleistung dem Konsumenten anbieten.

Qualitätsmarke »Ofenholz«
Als Ergänzung zum herkömmlichen Heizsystem und im energiesparenden Wohnbau (Niedrigenergiehaus) ist der Kachelofen aufgrund seiner Behaglichkeit immer noch eine willkommene Wärmequelle. Dass der Kachelofen wieder in Mode ist, zeigt die Statistik; jährlich werden 20.000 Stück neu gesetzt. Um dem Kunden die entsprechende Sicherheit beim Kauf des Kachelofenholzes zu geben, wurde von den Waldverbänden in Österreich ein Gütesiegel entwickelt, das für Brennholz kontrollierter Qualität steht.

Biowärme-Installateur
Tatsächlich ist der Installateur häufig jener, der über das Heizsystem entscheidet. Leider werden im Zuge der Beratung die ökologischen Wünsche des Bauherrn oft ignoriert oder ihm ausgeredet. Kompetente, gut informierte Ansprechpartner sind jene, die das Zertifikat »Biowärme Installateur« des Österreichischen Biomasseverbandes vorweisen können.

(Zeitschrift Zuschnitt 11, 2003; Seite 26)

Text:
Martin Höbarth
Dipl.-Ing.
Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammer Österreichs
Abteilung Forstwirtschaft/Umwelt
Schauflergasse 6
A-1014 Wien
T +43 (0) 1/ 53441-8592
F +43 (0) 1 / 53441-8529
m.hoebarth@pklwk.at

Informationen und 
Produzentenlisten
www.ofen-holz.at
www.biomasseverband.at

Ansprechpartner für 
Energiecontracting:
Forstabteilung der jeweiligen Landwirtschaftskammer.