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Reduce Das CO2-Einsparungspotenzial
durch verstärkten Einsatz von Holz im Geschosswohnungsbau

erschienen in
Zuschnitt 99 Lernen vom Denkmal, Februar 2026

Die Studie reduce untersucht anhand des Primärtragwerks und der Hülle von 18 mehrgeschossigen Wohnbauprojekten in Österreich, welchen Beitrag Holz- und Holzhybridbauweisen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen leisten können. Dafür wurde jedes Projekt einem funktionell gleichwertigen „Zwilling“ in alternativer Bauweise gegenübergestellt. Die Ergebnisse zeigen deutlich: Die Wahl der Primärkonstruktion hat einen erheblichen Einfluss auf das Treibhauspotenzial eines Gebäudes in der Herstellungsphase.

Studie  
reduce, TU Wien

Autor:innen
Juri Troy, Kerstin Schön, Jakobus Schwarz

Projektlaufzeit  
1.4.2024 – 31.3.2026

Untersuchungsumfang
_ 18 Wohnbauprojekte (20 Gebäudeanalysen), drei bis elf Geschosse österreichweiter Projektpool
_ Vergleich Originalgebäude und funktionell äquivalenter Zwilling
_ Ökobilanzierung nach EN 15804 und EN 15978
_ Fokus auf Lebenszyklusmodule A1 bis A3 und Primärtragstruktur

Wesentliche Erkenntnisse
_ durchschnittliches CO2-Einsparpotenzial: 204 kg CO2-Äq./m2 BGF bis zu 50 % Reduktion des Global Warming Potential (GWP) total
_ größte Wirkung in Tragwerk und Geschossdecken 

Szenario C
Politische Maßnahmen zur Steigerung des Holzbauanteils um 5 %/5 Jahre Bei einer Steigerung um 5 % in 5 Jahren würde die Holzbauquote im Jahr 2050 bei 28,5 % liegen. Kumuliert bis 2050 würden in Summe Emissionen von rund 2.592.300 Tonnen CO2Äq. vermieden werden.

Szenario B
Politische Maßnahmen zur Stei­gerung des Holzbauanteils um 2 %/5 Jahre Bei einem durchschnittlichen Trend von +2 % alle 5 Jahre würde sich das CO2-Einsparpotenzial mit rund 103.700 Tonnen CO2 im Jahr 2050 im Vergleich zu heute vervierfachen.

Szenario A
Politische Maßnahmen zur Steigerung des Holzbauanteils um 1 %/5 Jahre Der Ausgangswert für 2025 bleibt unverändert. Bei einem durchschnittlichen Zuwachs von +1 % alle 5 Jahre könnten die Emissionen um rund 65.300 Tonnen CO2Äq. im Jahr 2050 reduziert werden. Der Holzbauanteil würde auf 8,5 % steigen.

Szenario 0
Keine politischen Maßnahmen 2025 beträgt der Ausgangswert des Anteils des mehrgeschossigen Holzwohnbaus nach einer Studie von Jörg Koppelhuber 3,5 %. Im Zeitraum 2020 – 2025 gibt es einen durchschnittlichen Zuwachs des Holz­bauanteils von 0,4 %. Bei gleicher Entwicklung würde der Holzbau­anteil bis zum Jahr 2050 auf 5,5 % anwachsen. 

Szenario C:
Kostenfaktur Emissionszertifikate Zwei Kurven nach European Trade System bis 2025 Die EU hat sich im Rahmen des Europäischen ­Klimagesetzes ­verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen bis 2050 auf netto null zu reduzieren. Als Zwischenziele gelten eine ­Reduktion um ­mindestens 55 % bis 2030 und 90 %  bis 2040 ­gegenüber 1990. Zur Erreichung dieser Ziele setzt die EU unter anderem auf marktbasierte Instrumente wie die CO2-Bepreisung und das EU-Emissionshandelssystem (EU-ETS).

Die Kurven gehen von folgendem durchschnitt­lichen Preisniveau pro Tonne CO2 aus:

C1
bis 2030: 90 Euro
2030 bis 2040: 300 Euro
2040 bis 2050: 700 Euro

C2
bis 2030: 70 Euro
030 bis 2040: 130 Euro
2040 bis 2050: 400 Euro