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Bürogebäude in Holzbauweise

Eine Systemübersicht

Erschienen in
Zuschnitt 61: Arbeiten in Holz
März 2016, Seite 

Jedes Holzbausystem hat seine typischen Merkmale und konstruktiven Eigenschaften. Wir zeigen, inwiefern sich diese für die Anforderungen von Bürobauten eignen.

Bei Bürobauten überwiegt der Skelettbau, da die räumliche Flexibilität eine große Rolle spielt und die Raumstruktur mit viel weniger Wänden auskommt als beim Wohnbau.
Reine Skelettkonstruktionen finden ebenso Anwendung wie Kombinationen mit anderen Holzbauweisen.

  • Die statische Struktur ist auf ein Minimum reduziert.
  • Dies ermöglicht maximale Grundrissflexibilität und ein hohes Maß an Flexibilität in der Gestaltung der Fassadenöffnungen.
  • Die Funktionen Dämmen und Tragen sind entkoppelt. Die Gebäudehülle kann unabhängig von der Tragstruktur entsprechend ihren Anforderungen und konstruktionsunabhängig optimiert werden.
  • Der Austausch und Rückbau von Bauteilen wird erleichtert.
  • Der Einsatz von Material wird minimiert, das Gewicht reduziert.
  • Die Bauteile sind hochwärmegedämmt und wärmebrückenoptimiert.
  • Der hohe Vorfertigungsgrad ermöglicht kurze Bauzeiten und optimierte Bauqualität.
  • Wände können zur Lastabtragung und Aussteifung herangezogen werden.
  • Hinsichtlich des Verglasungsanteils sind konstruktive Beschränkungen gegeben.
  • In der Regel werden die Wandelemente geschossweise vorgefertigt, es sind jedoch auch Beispiele für geschossübergreifende Elemente bekannt.

Die wesentlichen Systeme im Holzmassivbau sind Brettsperrholz-, Brettstapel- und Blockbauweise.
Im Bürobau wird der Massivbau meist für die Außenwände und Decken genutzt.

  • Die Bauten haben eine hohe Wärmespeicherfähigkeit (sommerlicher Wärmeschutz).
  • Die Bauweise ermöglicht monolithisches, schichtenarmes Bauen.
  • Die tragenden Elemente können sichtbar belassen werden.
  • Die hohlraumfreie Bauweise bietet brandschutztechnische Vorteile.
  • Wie im Rahmenbau ist der Verglasungsanteil konstruktiv eingeschränkt.
  • Bei der Anwendung für Innenwände ist eine Anpassung der Bürotopologie erforderlich.

Bei Mischkonstruktionen mit Stahlbeton werden häufig Erschließungskerne mit Treppen und Aufzügen in Stahlbeton ausgeführt.

  • Holz-Beton-Verbunddecken ermöglichen im Bürobau größere Spannweiten und geringere Deckenstärken.
  • Darüber hinaus haben sie gute schall- und brandschutztechnische Eigenschaften.

Quelle

Energieffiziente Bürogebäude in Holzbauweise, Holzbau Handbuch Reihe 1, Teil 2, Folge 4 Holzabsatzfonds (Hg.), Bonn 2009

Verwaltungsgebäude der Firma Egger

Fertigstellung

2015

Standort

St. Johann/A

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Bauherr

Fritz Egger GmbH & Co. OG, St. Johann in Tirol/A, www..egger.com

Planung

Bruno Moser Architekturwerkstatt, Breitenbach/A, www.archimos.at

Statik

Alfred R. Brunnsteiner, Natters/A, www.dibral.at

Holzbau

Holzbau Saurer GmbH & Co KG, Höfen/A, www.holzbau-saurer.com

Büroerweiterung der Firma Wagner in Mischbauweise

Fertigstellung

2014

Standort

Nüziders/A

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Bauherr

Wagner GmbH, Nüziders/A

Planung

Architekten Hermann Kaufmann, Schwarzach/A

Statik

SWG Schraubenwerk Gaisbach gmbH, Waldenburg/D

Holzbau

Sohm HolzBautechnik GesmbH, Alberschwende/A

Bürotrakt von Meiberger Holzbau in Holzmassiv- und Holzrahmenbauweise

Fertigstellung

2012

Standort

Lofer/A

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Bauherr

Meiberger Holzbau GmbH & Co KG, Lofer/A

Holzbau

Meiberger Holzbau GmbH & Co KG, Lofer/A

Statik

Meiberger Holzbau GmbH & Co KG, Lofer/A

Planung

LP architektur, Altenmarkt im Pongau/A

Medienhaus der Tamedia AG

Fertigstellung

2013

Standort

Werdstrasse 21, Zürich/CH

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Bauherr

Tamedia AG, Zürich/CH, www.tamedia.ch

Planung

Shigeru Ban Architects Europe, Paris/FR, www.shigerubanarchitects.com

Holzbau

Blumer-Lehmann AG, Gossau/CH, www.blumer-lehmann.ch

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