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Zimmerer, Zimmerin

Erschienen in
Zuschnitt 78: Ausbildung Holzbau
September 2020, Seite 12

Was macht ein Zimmerer, eine Zimmerin?

Zimmerleute fertigen Holzkonstruktionen an: Dachstühle, Treppen, Fassaden, Wand- und Deckenelemente und sogar ganze Gebäude aus Holz. Zu ihren Aufgaben gehören die Vorfertigung von Holzbauelementen in der Fertigungshalle, die Montage vor Ort, Reparatur-, Restaurierungs- und Umbauarbeiten sowie Sanierungen von bestehenden Bauwerken. Sie müssen holzverarbeitende Maschinen und Werkzeuge bedienen können und teamfähig sein.

Was macht ein Zimmereitechniker, eine Zimmereitechnikerin?

Sie führen Arbeiten an der Abbundmaschine durch, erstellen mit EDV-Programmen Konstruktionszeichnungen sowie Abbund-, Fertigungs- und Montagepläne, berechnen Auflager- und Anschlusskräfte in Zusammenhang mit Verbindungsmitteln und verschiedenen Materialien (Holz, Beton, Stahl) und sind damit in der Lage, Projekte selbstständig zu planen und Aufträge abzuwickeln.

Ein Zimmerer erzählt:

»Die Grundvoraussetzung für den Beruf des Zimmerers ist die Liebe zum Baustoff Holz, deshalb habe ich mich dafür entschieden. Holz bietet so viele verschiedene Verarbeitungs- und Gestaltungsmöglichkeiten, und das fasziniert mich nach wie vor.
Darüber hinaus ist Holz ein nachwachsender Rohstoff und schont das Klima.

Als Zimmerer sollte man vor allem schwindelfrei sein und körperlich fit, denn oft ist man hoch oben unterwegs. Ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen und handwerkliches Geschick sind ebenso wichtige Voraussetzungen. Natürlich sollte man auch gerne im Freien arbeiten und ein Teamplayer sein.

Wer in unserem Betrieb den Beruf des Zimmerers erlernt, ist sowohl in der Fertigungshalle als auch auf den Baustellen im Einsatz. Auch das klassische Abbinden am Schnürboden und das rechnerische Abbinden gehören zur Ausbildung. Der Abbund erfolgt primär im Werk mit Hilfe von CNC-gesteuerten Maschinen. Um trotz zunehmender Digitalisierung auch das traditionelle Handwerk und das breite Spektrum des Zimmerers zu erlernen, durchlaufen unsere Lehrlinge neben der normalen Lehre zum Zimmerer ein erweitertes Lehrlingsausbildungsprogramm.

Im Büro findet die Arbeitsvorbereitung statt. Hier zeichnen unsere Techniker dreidimensional die Werkplanung. Die Maschine übernimmt dann diese Daten und fertigt Bauteile vollautomatisch an. Die Maschinisten überprüfen den Vorgang und kontrollieren die Arbeitsschritte.

Die fertigen Teile kommen in Bausätzen auf die Baustelle und werden von uns montiert. Dafür ist es erforderlich, Pläne lesen zu können.

Mein Beruf ist sehr vielseitig, denn wir sind in verschiedenen Sparten tätig wie im Objektbau, im großflächigen Elementbau, im Dachgeschossausbau sowie in der Sanierung. Das Errichten von riesigen Produktionshallen ist eine andere Arbeit als der klassische Dachgeschossausbau, weil wir hier mit technischen Hilfsmitteln wie Steigern und Scherenbühnen arbeiten.

Ich bin Holzbau-Polier, dafür habe ich die Ausbildung zum Werkmeister gemacht, die zwei Jahre gedauert hat. Der Unterricht hat an den Wochenenden und am Abend stattgefunden. Ich könnte auch noch die Ausbildung zum Holzbaumeister machen. Aus meiner Sicht ist es sehr wichtig, sich weiterzubilden und am Ball zu bleiben – vor allem für jene, die in ihrem Aufgaben- und Verantwortungsbereich wachsen möchten.«

Anton Isak, Holzbau-Polier bei Graf-Holztechnik GmbH in Horn

Weitere Infos zu den Berufen

www.genialerstoff.at