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Holzarten: Birnbaum

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Birnbaum

Baum BirnbaumWeiterer Handelsname Holzbirne
Englisch Pear
Botanischer Name Pyrus communis L.
Kurzzeichen BB1)

Kulturgeschichtliches

Das dichte, harte, feinfaserige und gleichmäßig gemaserte Holz der Wildbirne dient seit dem Mittelalter Schnitzern und Holzschneidern zur Herstellung von Modeln für Gebäck und Stoffdruck. Bis weit ins 20. Jahrhundert bestanden auch die großen Lettern im Handsatz daraus. Von den Zeichentischen verschwanden Reißschienen und Dreiecke aus Birnenholz in den 1970er Jahren. Nur im Modellbau findet das homogen wirkende rotbraune Holz noch Liebhaber. Als Kulturformen züchteten die Menschen seit der Bronzezeit über 1500 essbare Birnensorten. Und Theodor Fontane setzte dem gütigen Herrn von Ribbek auf Ribbek und seinem Birnbaum ein literarisches Denkmal.

Allgemeines

Die Wildbirne wächst gern an Waldrändern oder Waldrücken, sie ist an den Zweigen dornig. Die Früchte sind im Vergleich zu den kultivierten Sorten, die generisch als Pyrus communis var. sativa zusammengefasst werden, ungenießbar. Die Grenze zwischen Wild- und Edelobst liegt bei der Mostbirne, die noch pressbare, Obstsaft liefernde Früchte trägt. Schöne, für die Holznutzung verwertbare Stämme weisen astfreie Stammlängen von 6 m auf, nicht immer haben sie eine zylindrische Stammform, sie sind auch spannrückig und häufig drehwüchsig. Wie die anderen Obst tragenden Baumarten zählt die Birne zu den kurzlebigen Bäumen und wird selten über 100 Jahre alt.

Holzcharakteristik

Die Jahrringgrenzen sind meist durch ein schmales, unscharf abgegrenztes Spätholzband markiert. Zur Verarbeitung wird die natürliche helle Farbe des Birnenholzes durch Dämpfen in einen rötlichbraunen Farbton verschoben. Im Holz älterer Bäume kommt nicht selten ein braunviolettes fakultatives Kernholz vor. An den Hirnholzflächen findet man häufig tangential gerichtete Markflecken, die am Tangetialschnitt gut sichtbar sind.

Eigenschaften

Birnbaumholz ist sehr dicht (Darrdichte 700 kg/m³) und hart (Brinellhärte 32 N/mm²). In der Literatur findet man sehr unterschiedliche Angaben über die Höhe der Schwindwerte, von 6,1 – 9,1 % tangential und 3,1 – 4,6 % radial. Allgemein wird es als mäßig schwindend beschrieben, was für den Bereich der Anwendungsfeuchte zutrifft, wie an den differentiellen Quellwerten ersichtlich ist. Das Holz ist leicht und sauber zu bearbeiten und dank seiner gleichmäßigen Struktur besonders gut zu fräsen, drechseln und schnitzen. Das Trocknungsverhalten ist befriedigend, das Holz neigt aber auch bei Furnieren relativ stark zu Verwerfungen. Es ist gut zu beizen und zu polieren. Birnbaumholz ist nicht dauerhaft (Klasse 5) und mäßig tränkbar.

Verwendung

Im Innenausbau und für Möbel wird Birnbaumholz in Form dekorativer Furniere verwendet, und im Musikinstrumentenbau ist es neben Ahorn das am meisten verwendete Holz für Blockflöten. Es dient als Schnitzholz, in der Bildhauerei, für Zeichengeräte und als Drechslerholz. Da im Furnierhandel manchmal nicht genügend Birnenholz zur Verfügung steht, wird als gleichwertige Variante Elsbeere verwendet.

Ähnliche Hölzer

Apfelbaum, Elsbeere

Birnbäume haben oft eine pyramidale Kronenform, selten werden sie über 15 m hoch. Die Rinde weist frühzeitig eine schwarzgraue, durch Längs- und Querrisse zerklüftete Borke auf. Die Blätter sind eiförmig, fein gesägt und dunkelgrün glänzend. Die herbe, saure Frucht der Wildbirne hat die gleich Form wie die Kultursorten, ist aber sehr klein.

Blatt Frucht Birne