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Holzarten: Ulme (Rüster)

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Ulme (Rüster)

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Ulme (Rüster)Ulme (Rüster) lackiert

Ulme (Rüster) unlackiert, lackiert

Ulme (Rüster)

Baum UlmeWeiterer Handelsname Ruste
Englisch Dutch elm
Botanischer Name Ulmus spp.
Kurzzeichen UL1) (EN-Kurzzeichen: ULGL, ULCP2))

Kulturgeschichtliches

In der Edda gilt die Ulme als Ursprungsmaterial der Frau, die Esche als jenes des Mannes. Ulmenbast ist selbst feiner als Lindenbast, weshalb er früher von Gärtnern zum Binden geschätzt war. Ebenso nutzte man die spezifischen Eigenschaften des Holzes, Härte, Zähigkeit und Schubfestigkeit, für stark beanspruchte Teile im Wagen- und Mühlenbau. Diesen profanen Qualitäten steht das ausnehmend schöne Furnierbild und der warme Farbton des Holzes gegenüber, die es zu einem besonderen Möbelholz werden ließen. Aber auch diese kulturelle Funktion ist durch das Aussterben der Baumart bedroht, es sei denn, die Wissenschaftler finden einen Ausweg.

Allgemeines

Von den drei heimischen Ulmenarten ist das Holz der Feldulme das Begehrteste. Sie ist ein wärmebedürftiger Baum des Auwaldes. Die Bergulme trifft man in wärmeren Gebieten bis zu einer Höhe von 1000 m an, die Flatterulme ist am wenigsten vertreten. Am österreichischen Ertragswald ist die Ulme nur noch mit 0,1 % ausgewiesen. Das Ulmensterben hat seit 1920 auf Österreich übergegriffen. Es wird durch einen Holzpilz verursacht, verbreitet von einem Frischholzschädling, dem Ulmensplintkäfer. Alle Ulmenarten sind betroffen, die Bestände akut gefährdet. Unbehelligt erreichen Feld- und Bergulme ein Alter von etwa 400 Jahren, die Flatterulme bis 250 Jahre.

Holzcharakteristik

Die drei Ulmenhölzer unterscheiden sich in ihren Farbtönen: Feldulme ist im Kern rötlich-schokoladebraun, Bergulme hellbraun bis fleischrot, Flatterulme hellgraubraun. An der Splint-/ Kerngrenze kommen Farbstreifen vor. Diese Zone unterscheidet sich vom Wasser führenden Splint und vom Farbkern, weshalb die Ulme als Kernreifholz bezeichnet wird. Alle Ulmenarten sind typisch ringporig und weisen eine tangentiale Verbindung der Spätholzgefäße zu Wellenlinien oder tangentialen Bändern auf, wobei die Tangentialflächen zwischen den markanten Frühholzfladern eine feine gezackte Zwischenfladerung zeichnen, wodurch ein besonders lebhaftes Holzbild entsteht.

Eigenschaften

Ulmenholz gehört zu den schweren und harten Hölzern (Darrdichte 640 kg/m³, Brinellhärte 30 N/mm²). Es ist schwer spaltbar und zäh. Ulme ist ein mäßig bis gut zu bearbeitendes Holz, dessen Eigenschaften je nach Art und Wuchsbedingungen stark variieren können. Beim Hobeln, Fräsen, Sägen, Drechseln und Schleifen rauen die Flächen teilweise auf. Aufgrund der ausgeprägten Neigung zum Reißen und Werfen muss das Holz sehr vorsichtig getrocknet werden. In der Oberflächenbehandlung sind keine Probleme bekannt. Ulmenholz ist wenig dauerhaft (Klasse 4). Der Splint geht gut, das Kernholz mäßig bis schwer zu Imprägnieren.

Verwendung

Das Ulmenholz, vor allem das der Feld- und Bergulme, zählt zu den schönsten heimischen Hölzern. Es wird zur Erzeugung von Furnieren, Möbeln, Parkett sowie für Wand- und Deckenverkleidungen verwendet. Zudem wird es gerne für Ziergegenstände und im Instrumentenbau dekorativ eingesetzt. Ulmenmaser ist begehrt und oft im Furnierhandel zu finden.

Ähnliche Hölzer

im Radialschnitt Kirschbaum, Robinie

Maserulme

Maserulme

Ulmen erreichen Höhen von etwa 30 m. Die Krone ist meist unregelmäßig und hat aufsteigende Äste. Die Stämme tragen eine längsrissige, dunkelgraue Borke, die in der Jugend glatt war. Die Blätter sind unsymmetrisch, am Rand gekerbt-gesägt und in einer ausgeprägten Spitze auslaufend. Die Früchte sind kleine Nüsschen, die von einem häutigen Flügelsaum umgeben sind. Die Lage der Nüsschen in diesen Flügeln und deren Form geben eine gute Unterscheidungsmöglichkeit der drei heimischen Ulmenarten.

Blatt Frucht