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Wie gesund ist Holz?

Anne Isopp
Erschienen in
Zuschnitt 39: täglich Holz
September 2010, Seite 22

Das Institut für Nichtinvasive Diagnostik der Joanneum Research in Weiz hat sich in drei Studien mit den Auswirkungen von Holz als Einrichtungsmaterial auf das menschliche Wohlbefinden beschäftigt:

Zirbenholz – Auswirkungen von Zirbenholz auf Kreislauf, Schlaf, Befinden und vegetative Regulation

Um die Auswirkungen von Zirbenholz auf Belastungs- und Erholungsfähigkeit zu untersuchen, wurden dreißig Erwachsene in einem Zirbenholzzimmer und in einem identisch gestalteten »Holzdekorzimmer« mithilfe eines ekgs beobachtet. Die Testpersonen in dem Zirbenholzzimmer konnten sich schneller von körperlichen und mentalen Belastungssituationen erholen. Dies äußerte sich in einer niedrigen Herzrate sowie in einem beschleunigten vegetativen Erholungsprozess.
www.zirbe.info
www.joanneum.at/de/fb6/ind/projekte/zirbenholz.html

Naturholzbüro aus Südtiroler Bergfichte – Auswirkungen auf Konzentrationsleistung, Befinden und Beanspruchung sowie auf das vegetative Nervensystem

Auch hier gab es ein Naturholzbüro und ein Büro aus Imitatholz. Subjektiv erlebten die Versuchspersonen in dem Naturholzbüro die mentale Belastung als weniger beanspruchend als im Imitatbüro, die Herzrate war im Naturholzbüro niedriger, der herzgünstige Vagustonus höher.
www.joanneum.at/de/fb6/ind/projekte/fichtenholz.html

Schule ohne Stress

In dieser jüngsten Studie wollten die Forscher des Joanneum Research wissen, inwiefern sich eine Inneneinrichtung aus Holz positiv auf das Lernverhalten und das Wohlbefinden der Schüler auswirke. Im Zuge einer Renovierung der Hauptschule Haus im Ennstal wurden zwei Klassenräume abweichend vom Standard mit Holzmaterialien ausgestattet (statt Linoleum wurde ein geölter Parkettboden verlegt, statt Gipskarton an Decke und Wand wurden Verkleidungen aus Tanne und Fichte angebracht, statt Rasterleuchten mit Spiegelraster Lichtraster aus Zirbe befestigt). Über ein Schuljahr hinweg verglichen die Forscher Herzschlag und Vagustonus von Schülern der beiden Holzklassen mit denen der Standardklassen. Pro Klasse nahmen jeweils zehn Schüler teil, jeden zweiten Monat wurde in einem 24-Stunden-EKG ihr Herzschlag gemessen. Herauskam, dass die Schüler in der Holzklasse die gleichen Konzentrations- und Notenleistungen hatten wie die in den Vergleichsklassen, dabei jedoch im Durchschnitt 8.000 Herzschläge pro Tag weniger benötigten sowie einen für das Herz günstigen höheren Vagustonus aufwiesen. »Es ist eine fundierte Pilotstudie«, sagt der Studienverantwortliche und Leiter des Instituts für Nichtinvasive Diagnostik, Prof. Maximilian Moser. Eine Wiederholung der Studie in anderen Schulen und ein gekreuztes Messdesign, also dieselben Versuchspersonen mal in der Standardklase und mal in der Holzklasse zu unterrichten, wäre aber zur Absicherung der bereits jetzt beobachteten Ergebnisse wichtig.
www.joanneum.at/de/fb6/ind/projekte/schule-ohne-stress.html

 

Text

Anne Isopp
leitende Redakteurin der Zeitschrift Zuschnitt

redaktion@zuschnitt.at