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Traumzoo

Michael Hausenblas
Erschienen in
Zuschnitt 42: Obendrauf
Juni 2011, Seite 31

Da wird das Mobile über dem Gitterbettchen gern als Babykram abgetan, dabei war es kein geringerer als der große Marcel Duchamp, der 1913 sein erstes Ready-made »Fahrrad-Rad« mit dem Begriff Mobile ­bedachte und immer wieder mit dieser Gattung experimentierte. Mobile-Guru und Bildhauer Alexander Calder sagte über diese wie von Zauberhand bewegten Objekte: »Wenn alles klappt, ist ein Mobile ein Stück Poesie, das vor Lebensfreude tanzt und überrascht.« Bei den kleinsten Menschenkindern ist das Mobile sowieso ein Renner und 1a-Kumpan des Sandmännchens. Das »Jungle Friends Bamboo«-Mobile aus nachhaltig gewonnenem Bambus ist eine fast archaisch anmutende Abwechslung zu allerlei albtraumfördernden Vertretern dieser Anti-Munter-Macher. Ein leichter Windzug erweckt die Dschungelfreunde, die spielerisch wie tierisch den Nachwuchs einlullen sollen, denn mit Schäfchenzählen tut der sich wahrscheinlich noch etwas schwer.

www.petitcollage.com

Text

Michael Hausenblas
Mitarbeiter der Tageszeitung Der Standard

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