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Klimaneutraler Wirtschaftsmotor

Kindergarten Moosburg

Astrid Meyer-Hainisch
Erschienen in
Zuschnitt 46: Für die Öffentlichkeit
Juni 2012, Seite 20

Die Gemeinde Moosburg liegt im Einzugsgebiet von Klagenfurt. Hier wurde 1959 das fünfte SOS-Kinderdorf in Österreich gegründet. Kindergarten, Vorschule, Volksschule und Neue Mittelschule sind an einem Standort konzentriert, die Musikschule liegt in unmittelbarer Nähe. Die Vision der Gemeinde ist es, bis zum Jahr 2020 die erste Bildungsgemeinde Österreichs zu werden.

Mitbestimmung

Im ersten Schritt zur Realisierung des geplanten Bildungscampus wurde 2010 der Kindergarten erweitert. Im Vorfeld erarbeitete das Team von nonconform architektur vor ort in einem partizipativen Prozess einen Kriterienkatalog. Dieser wurde im Entwurf berücksichtigt und umgesetzt: Die Erweiterung schließt an den bestehenden Kindergarten an und wurde als zweigeschossiger länglicher Kubus errichtet, der im Obergeschoss zum Vorplatz hin vorspringt. Vier Gruppenräume inklusive Krabbelstube und ein flexibel nutzbarer Raum sind entlang eines Ganges angeordnet. Der Baukörper wurde in Holzriegelbauweise errichtet und mit Fichtenholzlatten verkleidet. Abwechselnd stehende und liegende Latten lassen die Fassade lebendig wirken und erzeugen ein Spiel von Licht und Schatten. »Holz ist vielfältig und lebensnah«, erklärt Bürgermeister Herbert Gaggl seine Entscheidung für den nachwachsenden Baustoff. »Es schafft ein gutes Raumklima und eine angenehme Atmosphäre.« Die Verwendung des heimischen Rohstoffs fördert den kleinen Wirtschaftskreislauf und damit die ortsansässigen Unternehmen. »Wenn man im öffentlichen Bereich baut, hat dies Vorbildwirkung in der Gemeinde«, betont der Bürgermeister.

Fortsetzung folgt

Der neue Kindergarten wird so gut angenommen, dass inzwischen ein weiterer Zubau notwendig ist, der ebenfalls von nonconform architektur vor ort geplant und im Sommer 2012 gebaut wird. Wie die erste Erweiterung wird auch diese in Holzriegelbauweise ausgeführt und auf das Flachdach eines Teils des bestehenden Kindergartens gesetzt. Auch der Freiraum vor dem Kindergarten wird dann neu gestaltet mit eigens nach den Wünschen der Kinder entworfenem Mobiliar aus Holz. Es verwundert angesichts dieser vielfältigen Maßnahmen kaum, dass Moosburg 2010 als familienfreundlichste Gemeinde Österreichs zertifiziert wurde. Und sie wird dies auf dem Weg zur Bildungsgemeinde und darüber hinaus wohl bleiben.

Herbert Gaggl, Bürgermeister der Marktgemeinde Moosburg

Warum haben Sie in Holz gebaut?

Holz ist ein natürlicher Rohstoff mit idealen Eigenschaften. Der Neubau setzt auch durch seine Materialität einen Kontrapunkt zum alten Kindergarten und zur Volksschule. Der Planungsprozess hat die Entscheidung gebracht.

Was spricht aus Ihrer Sicht für Holz, was dagegen?

Holz ist ein Werkstoff, der sich na-türlich in die Umgebung einfügt, gut bearbeitbar, haltbar, heimelig und gleichzeitig elegant ist. Auch wenn ich lange nachdenke, es spricht nichts gegen Holz.

Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Bau gemacht?

Meine Erfahrungen sind sehr positiv. Besonders erfreulich waren die kurze Bauphase, der problemlose und kostengünstige Bau und die zustimmenden Kommentare der Bevölkerung.

Gab es einen Mehrwert für die Region?

Der Mehrwert liegt darin, dass einheimische Firmen gebaut haben und ihr Können unter Beweis stellen konnten, vor allem aber auch in der Bewusstseinsbildung in Bezug auf das, was mit Holz möglich ist.

Fotos:

© Astrid Meyer-Hainisch

Text

Astrid Meyer-Hainisch
  • wohnt in Kärnten
  • freie Architekturjournalistin und Fotografin
  • Vermittlungsprojekte u.a. kalt und warm

Kindergarten Moosburg

Standort

Pestalozzistraße 4A, Moosburg/A

Bauherr 

Marktgemeinde Moosburg Betriebs- und BeteiligungsgesmbH

Planung

nonconform architektur vor ort,
Wien und Moosburg/A, www.nonconform.at

Holzbau

Zimmerei Max Sereinig GmbH, Moosburg/A, max.sereinig@aon.at

Fertigstellung

2010

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