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Holz-Alu-Fenster mit Isolierverglasung

Schule in Diedorf bei Augsburg

Eva Guttmann
Erschienen in
Zuschnitt 58: Holzfenster
Juni 2015, Seite 14

Dem Neubau eines Gymnasiums mit Dreifachsporthalle im bayerischen Diedorf liegt ein »integrierter Planungsansatz« zugrunde, dessen Ziel es ist, ein in architektonischer, baulicher und technischer Hinsicht optimales Lern- und Lehrumfeld zu schaffen, um den von allen Beteiligten erarbeiteten pädagogischen Ansatz zu verwirklichen. Dazu gehören flexible, teiloffene Raumkonzepte für verschiedene Unterrichtsformen ebenso wie eine Außenraumgestaltung, welche die Pädagogik unterstützt. Im Sinne höchstmöglicher Nachhaltigkeit wurde die Schule in Holz errichtet und die Haustechnik darauf ausgerichtet, Plusenergiestandard zu erreichen.

Neben Belüftung und Akustik standen auch Fragen der Tageslichtversorgung und damit die konstruktive und technische Ausführung der Fenster im Planungsfokus. Ab der Ausführungsplanung gab es eine begleitende Holzbauplanung, da insgesamt ein hoher Vorfertigungsgrad angestrebt wurde. Darauf aufbauend wurden die Wandelemente inklusive der Fenster in der Zimmerei vorgefertigt, wodurch hohe Präzision, einwandfreie Anschlüsse und eine kontinuierliche Produktionsüberwachung gewährleistet waren. Lediglich bei der Sporthalle, für die größere Elemente vorgefertigt wurden, verzichtete man auf die werkseitige Fenstermontage, um aufwendige Sondertransporte für die bei eingebauten Fenstern nur stehend transportierbaren Elemente zu vermeiden.

Die Größe der Holzfenster mit Dreifachverglasung ist einerseits vom berechneten Tageslichteinfall und andererseits vom 2,7 Meter Stützenraster des Holzbaus vorgegeben. Die Unterbrüstung entspricht den Anforderungen zur Absturzsicherung, die Oberbrüstung ergab sich aus den Abmessungen der konstruktiven Elemente. Die Fenster wurden in derselben Ebene wie die Dampfsperre (OSB-Platten) an der Holzkonstruktion montiert, um eine optimale »Andichtung« zu erreichen.

Jede Klasse verfügt über mindestens ein öffenbares Fensterelement, das mittels Magnetkontakts überwacht wird, die übrigen sind als Fixverglasungen ausgeführt. Außen liegende Jalousien, die abhängig von Sonnen- und Windverhältnissen automatisch gesteuert werden und auch die Lichtlenkung berücksichtigen, sorgen für die Beschattung. Für die Dachfenster kam hingegen ein stationäres Sonnenschutz- und Lichtlenkungssystem aus dreidimensionalen Rasterelementen zwischen den Fenstergläsern zum Einsatz. Seine Öffnungen weisen nach Norden und lassen das Tageslicht ins Innere einfallen. Direkte Sonneneinstrahlung wird durch die verspiegelten Elemente der übrigen Rasteroberflächen reflektiert, wodurch Blendung und Aufheizung verhindert werden.

  1. Sonnenschutz
  2. Holzrahmen mit Fixverglasung
  3. Fensterbank
  4. Abdeckung Brüstungskanal = Fensterbank
  5. Dampfdichter Anschluss Wand – Fenster
  6. OSB-Platte

Fenstertyp Isolierglasfenster
Holzart Fichte
Verglasung dreifach
Öffnungsart Drehkippfenster, Fixverglasung
Oberfläche weiß lasiert
U-Wert Uw = 0,8W/m2K
Schalldämmwert Rw ≥ 32 dB

Fotos

© Architekten Hermann Kaufmann, Stefan Müller-Naumann

Text

Eva Guttmann
2004 – 09 Chefredakteurin der Zeitschrift Zuschnitt, 2010 – 13 Geschäftsführerin des HDA, Haus der Architektur in Graz. Freischaffende Autorin, Herausgeberin, Redakteurin und Verlagsrepräsentantin für Park Books Zürich; lebt und arbeitet in Graz und Wien.
www.park-books.com

Schule in Diedorf bei Augsburg

Standort

Pestalozzistraße 17, Diedorf/D

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Bauherr

Landkreis Augsburg, Augsburg/D, www.landkreis-augsburg.de

Planung

Florian Nagler Architekten, München/D, www.nagler-architekten.de

Architekten

Hermann Kaufmann, Schwarzach/A, www.hermann-kaufmann.at

Fertigstellung

August 2015