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Wohnen in der Industriehalle

Karin Triendl
Erschienen in
Zuschnitt 66: Dichter in Holz
Juni 2017, Seite 19

In einem Industrieviertel in Gent haben gafpa Architekten ein Holzhaus in ein leerstehendes Steinmetzatelier gebaut. Ziel der Architekten war es, den industriellen Charakter der bestehenden Struktur zu erhalten und zugleich die Kosten zu senken.

Zwischen zwei Mauern und unter das bestehende Sheddach haben sie einen zweigeschossigen Holzbau geschoben. Das Konstruktionsprinzip der Betonhalle haben die Architekten dabei in eine einfache Holzkonstruktion aus Stützen und Balken übersetzt. Die Zwischendecke aus 6 cm starken Brettschichtholzelementen bildet den fertigen Bodenbelag im Obergeschoss, ebenso wie der polierte Betonboden der ­gedämmten Fundamentplatte den fertigen Bodenbelag im Erdgeschoss bildet. Die Fassade in Holzrahmenbauweise kombiniert Fixverglasungen mit öffenbaren Holzelementen. Die großzügigen Öffnungen sorgen im Sommer für viel Luft und Aussicht und im Winter für warme Oberflächen und ein angenehmes Raumklima. Die Holzkonstruktion ist innen wie außen sichtbar. Für den vorgelagerten Garten wurde ­einfach das Dach über dem Betonskelett entfernt.

Foto

© Tim Van de Velde

Text

Karin Triendl
Architektin, seit 2007 Bürogemeinschaft mit Arch. Patrick Fessler, schreibt als freie Autorin über aktuelle Stadt(Räume) und Architekturen
www.triendlundfessler.at

Wohnen in der Industriehalle

Standort

Gentbrugge, Gent/BE

Bauherr

privat

Planung

gafpa, Gent/BE, www.gafpa.net

Statik

Arthur de Roover, Gent/BE

Holzbau

Lab 15 cvba, Gent/BE, www.lab15.be

Fertigstellung

2015