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Projekt-Datenbank: Architektur, Holzbau

Diese Holzbau-Sammlung zeigt die technischen, gestalterischen und ökologischen Potenziale von Bauen mit Holz. Eines der ältesten Baumaterialien präsentiert sich mit neuen Perspektiven für Architektur und Stadtplanung – ressourcenschonend, smart, nachhaltig und urban. Geordnet nach Kategorien, wird diese Holzarchitektur-Datenbank laufend um aktuelle Bauwerke ergänzt.

Odate Jukai Dome Park

Mehrzweckhalle aus Holz für 100.000 Zuschauer mit einer Spannweite von 178 Metern.

Bauherr

Präfektur Akita

Architekten

Toyo Ito & Associates, Tokio/J

Tragwerksplanung

Takenaka Corporation

1993 gewann Toyo Ito den Wettbewerb für eine Mehrzweckhalle für maximal 10.000 Personen, die hauptsächlich als Baseballstadion genutzt werden sollte. Die Maße des Baseballfelds bedingen die gewaltigen Spannweiten von 178 Metern in Längs- und 157 Metern in Querrichtung sowie die maximale lichte Höhe von 42 Metern. Die asymmetrische Schnittform des Odate Dome ist geometrisch aus der prinzipiell immer gleichen Flugkurve des Baseballs entwickelt und nach der vorherrschenden Windrichtung der Gegend ausgerichtet. Im Grundriss laufen die aufgefächerten Längsträger auf das Zentrum des Spielfelds, die sogenannte Base zu. Die Schubkräfte aus der weitgespannten Holzkonstruktion nimmt ein liegender Stahlbetonring auf, der asymmetrisch auf Wandscheiben gelagert ist und gleichzeitig eine leicht wirkende Eingangsebene bildet. In Längsrichtung besteht das Tragwerk aus Fachwerkbögen mit Brettschichtholzzangen als Ober- und Untergurte sowie Druckstäben aus Stahl. Je 6 Meter lange Elemente werden vor Ort gekoppelt. Die Bögen sind in ihrer Höhe von etwa 4 Metern am Auflager bis hin zu 10 Metern im Stich statisch optimiert. In Querrichtung laufen wiederum Brettschichtholzzangen auf Stahlknoten und stützen mittels Auskreuzungen aus Stahlrohren die Knotenpunkte der Längsträger. Verspannungen aus Stahlseilen verbinden die Bögen zu einer stabilen Schale. Durch den Einsatz digitaler Entwurfs- und Produktionstechnologie lassen sich die vorgefertigten Elemente der komplexen Geometrie in der nötigen Genauigkeit herstellen. Die Verwendung von Holz der Akitaze der aus der Präfektur Akita, dem wichtigsten Forstgebiet für japanisches Zedernholz, war ökologisch und ökonomisch naheliegend. So entstand ein aufsehenerregendes, architektonisch exzellentes Beispiel für einen Holzbau, der konstruktive Grenzen sprengt und die außerordentliche Leistungsfähigkeit des Baustoffs unter Beweis stellt.

Kategorie: wooddays.eu Projekte, Sport, Freizeit und Erholung, Potenziale und Grenzen