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Produktionshalle in Dornbirn

erschienen in
Zuschnitt 64 Laubholz, Dezember 2016

Daten zum Objekt

Standort

Dornbirn/AT Google Maps

Bauherr:in

z-werkzeugbau gmbh, Dornbirn/AT, www.z-werkzeugbau.com

Architektur

Johannes Kaufmann Architektur, Dornbirn/AT, www.jkarch.at

Statik

Merz Kley Partner, Dornbirn/AT, www.mkp-ing.com

Holzbau

Dobler Holzbau GmbH, Röthis/AT, www.dobler-gruppe.at

Fertigstellung

2016

Hallen- und Dachtragwerke aus Buche

Seit ein paar Jahren ist Furnierschichtholz aus regional gewonnenem Buchenholz auf dem Markt. Dabei werden 3 mm starke Schälfurniere verleimt und zu Platten, Holzstäben und Trägern weiterverarbeitet. Der Vorteil von zerlegten Produkten gegenüber Schnittholz ist ihre Homogenität. Das bei großen Spannweiten eingesetzte Produkt wird aus faserparallel verleimten, 40 mm dicken Lamellen aus Buchen-Furnierschichtholz hergestellt und ermöglicht aufgrund seiner Festigkeit besonders schlanke Konstruktionen. Der Ingenieur Konrad Merz konnte mit seinem Büro bereits einige Projekte mit Buchen-Furnierschichtholz realisieren und weiß dessen hervorragende Eigenschaften in Bezug auf die Tragfähigkeit zu schätzen: »So ist beispielsweise die Biegefestigkeit von Buchen-Furnierschichtholz circa drei Mal höher als jene von herkömmlichem Brettschichtholz.«Ob der Einsatz von Buchen-Furnierschichtholz sinnvoll ist, hängt vom Anwendungsfall oder genauer gesagt davon ab, welche Baustoffeigenschaft (Biege-, Druck-, Zug-, Schubfestigkeit oder Steifigkeit) für die Bemessung maßgebend ist. In Bezug auf Zug- und Druckfestigkeit sind die Vorteile von Buchen-Furnierschichtholz für Bauteile eklatant. Anhand von zwei Projekten aus dem Ingenieurbüro merz kley partner können die spezifischen Einsatzmöglichkeiten des Werkstoffs beispielhaft dargestellt werden.

Bei dem aktuellen Projekt Z-Werkzeugbau in Dornbirn von Architekt Johannes Kaufmann wird Buchen-Furnierschichtholz dort eingesetzt, wo seine Eigenschaften am besten wirken können. Die Anforderungen an das Dachtragwerk der rund 3.800 m2 großen Produktionshalle waren folgende: Bei einem Stützenraster von ca. 18 x 18 m2 musste neben den üblichen Einwirkungen aus Eigengewicht und Schnee in jedem Hallenschiff ein Kran mit jeweils 20 Tonnen Nutzlast berücksichtigt werden. Die Hauptträger wurden als Fachwerkträger mit Gurten und Druckpfosten aus Buchen-Furnierschichtholz und Zugdiagonalen aus Stahl konzipiert.

Um aufwendige Knotenverbindungen zu vermeiden, wurde diese Materialkombination gewählt. Die Zugkräfte aus den Diagonalen können mittels einfacher Stahlteile direkt als Druckkraft in die anschließenden Buchenquerschnitte übertragen werden. Die Konsolen für die Kranbahn sind auf den Untergurt aufgelegt. In das Fachwerk ist ein 56 x 120 cm großer Lüftungskanal aus Dreischichtplatten integriert.

Bei den Nebenträgern, die im Abstand von 4,5 Metern zwischen den Hauptträgern angeordnet wurden, ist die Steifigkeit für die Bemessung maßgebend. Darum waren hier Vollwandträger aus Fichte die wirtschaftlichste Lösung. Eingedeckt ist die Halle mit Trapezblech.

Eine allgemeine Konstruktionsregel lautet, dass Baustoff und Tragwerk aufeinander abgestimmt sein müssen. Dieser Leitsatz trifft auch und in besonderem Maße auf das Material Buchen-Furnierschichtholz zu und bildet die Grundlage für den Einsatz dieses neuen Werkstoffs.


verfasst von

Karin Triendl

geboren in Innsbruck, freie Autorin, Architektin und Geschäftsführerin von Work Space Architekten Wien/Innsbruck www.workspace.at

Erschienen in

Zuschnitt 64
Laubholz

Nutzen, was im Wald vermehrt wächst: Mit den Laubbäumen kommen neue konstruktive und ästhetische Möglichkeiten für den Holzbau.

8,00 €

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Zuschnitt 64 - Laubholz