Ein Pavillon am Meer
Praiano – ein Ort auf halber Strecke zwischen Positano und Amalfi – war in früheren Zeiten nur übers Meer erreichbar, über flach auslaufende Küstenbereiche, die heute in erster Linie als Badestrände genutzt werden. Für einen dieser Strände, für La Gavitella, hat der italienische Architekt Nicola Di Battista einen Strandpavillon errichtet. In dem schmalen, länglichen Baukörper (14,80 mal 3,52 m) verstecken sich hinter einer hölzernen Gitterfassade zwei Umkleidekabinen, eine Toilette und eine Bar. Zu Beginn der Sommersaison wird der Pavillon aufgebaut, am Ende wieder abgebaut und den Winter über eingelagert. Ein Sockel aus Holz nimmt die Unebenheiten des Platzes auf, die Wand- und Deckenelemente sind aus Kiefernbrettschichtholz. Die Fassaden der Längsseiten setzen sich aus Vollholzlatten zusammen, die in regelmäßigen Abständen montiert sind. Der Architekt hat sich von den für diese Gegend so charakteristischen Zitronengärten inspirieren lassen. Traditionellerweise schneidet man hier die wild wachsenden Kastanien zu drei bis vier Meter langen Stecken, um die Zitronenbäume vor Wind zu schützen. Die Fassade ist mehr ein Filter als ein hermetischer Abschluss zwischen drinnen und draußen und lässt einen ständigen Wechsel von Licht und Schatten zu. Angeliefert und abtransportiert wird der Pavillon übrigens ebenfalls übers Meer.
Standort
La Gavitella
Praiano/I
Planung
Studio Di Battista (Nicola Di Battista mit Patrizia Di Donato)
Rom/I
in Zusammenarbeit mit Ivan De Sousa, Andrea Zamboni, Matteo D’Agostino, Daniel Pescia
Holzbau
Falegnameria Ciprari
Rom/I
www.falegnameriaciprari.it
Fertigstellung
2004
weitere Informationen
Stadttour auf Norwegisch
Eine Großstadt erkundet man am besten zu Fuß oder mit dem Fahrrad. So gesehen haben die Mitglieder von Fantastic Norway bei ihrem Berlin-Besuch alles richtig gemacht – wären sie dabei nicht auf die Idee gekommen, sich zu verkleiden. Im Zuge des internationalen Designfestivals DMY 2009 hat die Architektengruppe aus Oslo sich die Modelle ihres jüngsten Projektes »Stimen« übergezogen und diese durch Berlin spazieren geführt. Bis 2010 werden an der Nordwestküste von Norwegen 15 rautenförmige Häuser aus Holz für touristische Zwecke errichtet. Auch wenn die übergestülpten Holzmodelle die Erkundungstour verlangsamten, hinderten sie ihre Träger nicht daran, zur Abkürzung auch mal die U-Bahn zu nehmen oder für eine Currywurst anzuhalten. Die wandelnden Häuser kamen dabei mühelos ins Gespräch mit den Einheimischen. Und welcher andere Tourist kann das schon von sich behaupten?
Planung
Fantastic Norway, Oslo/N
www.fantasticnorway.no
Fotos
© Studio Di Battista, Fantastic Norway