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Seitenware I

Einfach riesig

Anne Isopp
Erschienen in
Zuschnitt 38: Holz trägt
Juni 2010, Seite 26

Sie sind Kinder des Zweiten Weltkrieges: 1942 ließ die u.s. Navy in verschiedenen Teilen des Landes riesige Hallen für ihre Luftschiffe bauen. Insgesamt waren es 17 Stück, sieben existieren noch heute. Da Stahl knapp war, musste man auf Holz zurückgreifen, auch wenn es an jeglicher Erfahrung fehlte, wie man mit diesem Werkstoff große Hallen errichten sollte. Die Navy beauftragte deshalb den Ingenieur Arsham Amirikian, der für seine »innovativen Konstruktionen« bekannt war. Die Dimensionen, um die es hier ging, übertrafen alles bisher Dagewesene: Über einer Fläche von 91 mal 331 Metern, das sind drei Fußballfelder hintereinander, spannen 51 Bogenfachwerkbinder in einem Abstand von 6 Metern. Bis heute sind die Flugzeughallen die größten freispannenden Holzkonstruktionen der Welt.

Sofern die Luftschiffe nicht draußen im Einsatz waren – als Begleitung von Konvois oder zum Schutz vor U-Boot-Angriffen – standen sie hier in Zweier- oder Dreierreihen geparkt.

In Südkalifornien, in der Stadt Tustin stehen auch heute noch zwei dieser gigantischen Luftschiffhallen. Heute werden sie gerne für Werbe- und Filmaufnahmen gebucht, wie etwa für die Dreharbeiten zu Austin Powers (1997) oder Pearl Harbor (2001).

Fotos
© Library of Congress, habs cal, 30-tust,1a-14

Text

Anne Isopp

ist freie Architekturjournalistin. Sie studierte Architektur an der TU Graz und TU Delft und Qualitätsjournalismus an der Donau Universität Krems. Sie war von 2009 bis 2020 Chefredakteurin der Zeitschrift Zuschnitt.

Dieser Artikel ist abgelegt in:

  • Bauweisen, Konstruktion
  • Holzarten
  • Artenvielfalt und Eigenschaften