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Gelenk in Holz

Anne Isopp
Erschienen in
Zuschnitt 66: Dichter in Holz
Juni 2017, Seite 10

Dort, wo sich die beiden schräg zueinander stehenden Bestandsbauten am nächsten sind, hat sich ein Holzbau wie ein Parasit zwischen die beiden Gebäude ­gesetzt. Eine zweigeschossige, gefaltete Brettsperrholzkonstruktion über dem bestehenden eingeschossigen Eingangsbereich fungiert als Gelenk: Querungen sind nun auch in den Obergeschossen möglich, neue Gemeinschaftsräume wie eine begehbare Loggia und eine Kapelle sind im Dachgeschoss entstanden. Die sogenannte Barbara­kapelle ist ein trapezförmiger Raum, an dessen schmalster Stelle der Altar steht. Mithilfe von raum­hohen Holzportalen kann er zweigeteilt werden.

Die Architekten Alexandra Stingl-Enge und Winfried Enge haben die Bestandsbauten saniert und zu Studentenwohnungen umgebaut und ein Verbindungsstück ­geschaffen, das sich optisch bestmöglich abhebt. In seiner Haptik, Optik und Leichtigkeit ist der mit Holzlatten verkleidete Holzkörper ein guter Kontrast zum altersschweren Bestand.

Foto

© paul ott photografiert

Zubau in Leoben

Fertigstellung

2010

Standort

Leoben/AT

Text

Anne Isopp

ist freie Architekturjournalistin. Sie studierte Architektur an der TU Graz und TU Delft und Qualitätsjournalismus an der Donau Universität Krems. Sie war von 2009 bis 2020 Chefredakteurin der Zeitschrift Zuschnitt.