Monte-Rosa-Hütte
Daten zum Objekt
Standort
Walliser Alpen/CH Google Maps
Bauherr:in
Swiss Alpine Club, Bern/CH
Architektur
ETH Studio Monte Rosa, Zürich/CHBearth & Deplazes Architekten AG, Chur/CH, www.bearth-deplazes.ch
Statik
WGG Schnetzer Puskas, Basel/CH, www.schnetzerpuskas.comMatterhorn Engineering, Zermatt/CH, www.me-bauing.chHolzbaubüro Reusser GmbH, Winterthur/CH, www.holzbaubuero.ch
Fertigstellung
2009
Typologie
Die exponierte Lage der neuen Monte Rosa Hütte auf 2883 Metern Höhe stellt extreme Anforderungen an Konstruktion, Hülle und Versorgung des Gebäudes. Aufgrund des engen Zeitfensters für den Bau von Mai bis September und des aufwendigen Hubschraubertransports war es naheliegend, für den Bau Holzelemente mit einem hohen Vorfertigungsgrad und geringen Gewicht zu nutzen. Die Versorgung der Berghütte mit ihren 120 Schlafplätzen und der Gaststätte erfolgt zu 90 Prozent energieautark. Den Strom erzeugt eine Photovoltaikanlage, die Wärme liefern Solarkollektoren, die unterhalb der Hütte in einer Felswand verankert sind. In einer Felskaverne oberhalb der Hütte wird Wasser gesammelt, und die Abwässer werden in einer Kleinstkläranlage gereinigt. Die Restenergieversorgung übernimmt ein mit Rapsöl betriebenes Blockheizkraftwerk. Die Form des Gebäudes reagiert auf die komplexe topografische und klimatische Situation. Seine Geometrie wurde in einem parametrischen Gebäudemodell mithilfe neuester Computerprogramme hinsichtlich Kompaktheit des Volumens, passiver und aktiver Solarenergienutzung, Tragwerk, Konstruktion und bezüglich der Bettenzahl optimiert. Zehn radial auseinanderlaufende Innenwände treffen auf das unregelmäßige Achteck der Außenhülle und tragen im Verbund horizontal und vertikal die Lasten ab. Die Primärkonstruktion besteht aus vorgefertigten, raumseitig offenen Rahmenbauelementen, die Hülle ist mit 350 Millimetern Mineralfaser gedämmt und mit einer hinterlüfteten Aluminiumstehfalzdeckung versehen. Die gesamte Konstruktion ist sichtbar, lediglich im Untergeschoss sowie im Bereich der Treppe musste sie aus Brandschutzgründen mit Gipsfaserplatten verkleidet werden. Das Projekt lotet die aktuellen digitalen Möglichkeiten aus, was die Formfindung stark prägt und die Komplexität der Konstruktion erst ermöglicht. Auf eine neue Art verbinden sich hier komplexe Geometrien mit maschinell hergestellten, aber traditionellen Holzverbindungen.