Die Naturbrandversuche wurden in einem zum Abriss bestimmten Wohngebäude in Beton-Plattenbauweise in Merkers (Thüringen) durchgeführt. Das viergeschossige, 14,5m hohe Gebäude hat eine Länge von 40,2m und eine Breite von 10,0 m. Die Versuche hatten das Ziel, die Ergebnisse der großmaßstäblichen Brandversuche in der MFPA Leipzig bei Anwendung praxisüblicher Brandlasten und Brandszenarien unter natürlichen Witterungsbedingungen an einem realen Gebäude zu validieren.
Untersucht wurde das Brandverhalten mehrgeschossiger, vollflächig applizierter Holzschalungen bei einer Brandbeanspruchung von außen am Fassadensockel und einer Brandbeanspruchung von innen durch einen Raumbrand in einem an die Fassade grenzenden Raum mit geöffnetem Fenster. In einem weiteren Versuch wurde die mögliche Beeinflussung des Brandverhaltens einer Holzschalung durch Holzbalkone untersucht. Die Längsfassade wurde in drei gleich große Bereiche mit einer Länge von jeweils 13,4m geteilt und vom Boden bis zum Dachrand (4 1/2 Geschosse) über eine Höhe von 13,7m mit unterschiedlichen Holzschalungen bekleidet. Zusätzlich erfolgte die vollständige Bekleidung eines Giebels, vor den fünf übereinander liegende Holzbalkone montiert wurden. Bei allen bisherigen Brandversuchen zeigte sich, dass sich Holz an der Gebäudeaußenwand deutlich unkritischer verhält als erwartet. Bei Anwendung üblicher konstruktiver Brand- schutzmaßnahmen wird ein Brandverhalten erzielt, das den allgemeinen Brandschutzzielen an der Fassade bis zur Hochhausgrenze genügt.
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