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Sportpark Lissfeld in Linz

erschienen in
Zuschnitt 46 Für die Öffentlichkeit, Juni 2012

Daten zum Objekt

Standort

Linz/AT Google Maps

Bauherr:in

ILG Immobilien Linz GmbH & COKG, Linz/AT, www.ilg-linz.at

Architektur

sps-architekten zt gmbh, Thalgau/AT, www.sps-architekten.at

Holzbau

Graf-Holztechnik GmbH, Loosdorf/AT, www.graf-holztechnik.atObermayr Holzkonstruktionen GmbH, Schwanenstadt/AT, www.obermayr.at

Energiekennzahl

33 kWh/m2a

Nutzfläche

9.597 m2

Umbauter Raum

61.696 m3

Fertigstellung

2010

Skaten, BMX-Fahren – alles kein Problem!

Es ist ein Tanz gegen die Schwerkraft. Die Mädels und Burschen schmeißen sich mit elegantem Schwung in die Halfpipe – manche auf Rollerskates, manche auf dem Skateboard, manche auf dem Rad –, machen kehrt in großer Höhe und rollen wieder zurück an ihren Ausgangspunkt. Die schwarzen Abriebstreifen knapp unter dem Plafond geben Rätsel auf. Und schon wieder Schwerelosigkeit.

Das Linzer Naherholungsgebiet Wasserwald ist ein Ort für Fußball, Tennis und Minigolf. Es mangelte einzig und allein an einer zeitgemäßen Halle für Indoor-Aktivitäten mitsamt Wellness und Gastronomie. Als das Autobahnstück zwischen Bindermichl und Spallerhof Ende 2005 überplattet wurde, beschloss die Stadt Linz, einen Wettbewerb zur Erweiterung des Sportparks Lissfeld auszuschreiben, den das Thalgauer Büro sps-architekten gewann.

Vorfertigung spart Geld und Zeit

Schon von Anfang an war klar, dass ein Teil des 16-Millionen-Euro-Projekts in Holz ausgeführt werden würde. Zwei Bauteile gibt es insgesamt. Der eine ist den klassischen Sportarten gewidmet, der zweite den Trendsportarten. »Die Bauteile, die unter Straßenniveau liegen, mussten massiv gebaut werden«, erklärt sps-Chef Simon Speigner. »Doch den Hochbau wollten wir aus Gründen der Atmosphäre und der Akustik in Holzbauweise errichten. Viele Bauteile kann man vorfertigen und somit Zeit und Geld sparen.« Zum Einsatz kamen Holzleimbinder und Beplankungen aus Holzwerkstoffplatten.

Überaus angenehm

Konstruktives Herzstück des Sportparks Lissfeld ist die Trendsporthalle mit diversen Halfpipes und einem gedeckten Sandplatz für Beachvolleyball. Wie ein schwarzes Ungetüm zischt der 60 Meter lange Baukörper an der Mühlkreisautobahn aus dem Gelände und macht dem dynamischen Automobilverkehr optisch Konkurrenz. Drei massive V-Stützen aus Stahlbeton stemmen das Bauwerk elegant in die Höhe. Der Rest ist aus Holz. »Das Material hat sich bis jetzt sehr gut bewährt«, sagt Wolfgang Lehner, Vorstandsdirektor der Linzer Veranstaltungsgesellschaft liva, die den Sportpark betreibt. »Die Abnützungserscheinungen sind in Hinsicht auf diesen intensiven Gebrauch zu vernachlässigen. Und obwohl die Lärmentwicklung in der Trendsporthalle enorm ist, herrscht dank dem Holz eine überaus angenehme Akustik.« Sogar die unterschiedlichen Communities kämen gut miteinander aus, meint Lehner. »Da eine Skaterin, dort ein bmx-Fahrer, alles kein Problem!«

Franz Dobusch, Bürgermeister von Linz

Warum haben Sie in Holz gebaut?

In Linz geht der Trend bei kommunalen Bauten immer mehr in Richtung Holz. Der Baustoff Holz ist biologisch, ideal für Kindergärten, Schulen oder für Sportanlagen. Bei der Trendsporthalle Lissfeld fiel die Wahl auf Holz, weil die von den Architekten vorgeschlagene Konstruktion mit Holz am besten umsetzbar war.

Was spricht aus Ihrer Sicht für Holz, was dagegen?

Neben seinen baubiologischen Vorteilen ist Holz vielfältig einsetzbar, hat einen hohen Vorfertigungsgrad und damit kürzere Bauzeiten. Das ist im kommunalen Bauwesen von großer Bedeutung. Manche Aufstockungen sind mit dem Werkstoff Holz einfach besser zu realisieren.

Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Bau gemacht?

Die Reaktionen sind durchwegs positiv. In der Trendsporthalle bestehen alle Innenverkleidungen aus Holzwerkstoffen. Das erzeugt eine helle und freundliche Atmosphäre, die zu den in der Halle möglichen Trendsportarten sehr gut passt. Es entstand ein stimmiges Erscheinungsbild.

Gab es einen Mehrwert für die Region?

Mit dem Baustoff Holz sind regionale Mehrwerte leicht zu schöpfen: Beim Sportpark Lissfeld kommt ein Teil der Holzkonstruktion von einer oberösterreichischen Holzbau-firma.
 


verfasst von

Wojciech Czaja

studierte Architektur an der TU Wien und arbeitet als freischaffender Buchautor und Journalist für Tageszeitungen und Fachmagazine, u. a. für Der Standard. Er ist Dozent an mehreren Universitäten und Fachhochschulen in Österreich.

Erschienen in

Zuschnitt 46
Für die Öffentlichkeit

Regionale Wertschöpfung und ökologisches Bauen ist in aller Munde. Wie aber sieht es beim Bauen für die öffentliche Hand aus? Im Zuschnitt 46 zeigen wir, wo und warum die öffentliche Hand mit Holz baut.

8,00 €

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Zuschnitt 46 - Für die Öffentlichkeit