Gespräch mit Norbert Putzgruber von den Österreichischen Bundesforsten,
Waldbesitzer Johannes Schwarzenberg und
Waldbauer Herbert Hofer
Menschen, die sich intensiv mit Waldwirtschaft befassen, sind meist bedächtige Naturen. Das mag damit zusammenhängen, dass der Gegenstand ihrer Tätigkeit, nämlich Bäume und Wald, langsameren Lebensrhythmen unterliegt, als dies im heutigen Alltag der Menschen üblich ist. Die Kultur der Nachhaltigkeit, wie sie sich seit den Anfängen der modernen Forstwirtschaft im frühen 19. Jahrhundert entwickelt hat, ist heute breit und vielfältig geworden.
Aber ob ein forstwirtschaftliches Unternehmen nun den Umfang und die Struktur eines Konzerns aufweist wie die Österreichischen Bundesforste, den Charakter eines schlank organisierten mittleren Unternehmens hat wie die Schwarzenbergischen Forstbetriebe im Obermurtal oder die Unmittelbarkeit des Familienbetriebs von Herbert Hofer in Röhrawiesen – die Basis für eine nachhaltige Bewirtschaftung bilden das Lebewesen Baum und das Ökosystem Wald.
Damit gilt es zu arbeiten. Dass sich dies in den drei Betriebsgrößen mit ihren unterschiedlichen Organisationsstrukturen und Traditionen sowie in unterschiedlichen klimatischen Lagen jeweils anders auswirkt, illustrieren die drei folgenden Gespräche. Gemeinsam sind ihnen jedoch das Engagement und die Freude an der weitgehend nicht-entfremdeten Arbeit, der individuell konkreten und zeitgemäßen Interpretation von Nachhaltigkeit.
Waldverteilung zur Staatsfläche
Waldverteilung in Österreich
- 49% (1.786.268ha) Privatwald (inkl. Kirchenwald) unter 200ha
- 22% (776.632ha) Privatwald (inkl. Kirchenwald) über 200ha
- 16% (564.459ha) Österreichische Bundesforste und sonstiger im öffentlichen Eigentum stehender Wald
- 10% (359.051ha) Gemeinschaftswald
- 2% (89.391ha) Gemeindewald
- 1% (41.840ha) Landeswald
Quelle: BMLFUW 2002
Text: Dipl. Arch. ETH Dr. Walter Zschokke
Architekturstudium an der ETH Zürich
Doktorat in Architekturgeschichte
Architekt und Publizist
Seit 1989 gemeinsames Atelier mit Architekt Walter Hans Michl in Wien
Regelmäßige Architekturkritik in „Die Presse/Spectrum“
Beiträge in Fachzeitschriften sowie Buchpublikationen
2005 Preis der Stadt Wien für Publizistik