Zum Hauptinhalt springen

Holzdecken
eine Systemübersicht

erschienen in
Zuschnitt 54 Holzdecken, Juni 2014

Der Aufbau einer Decke wird bestimmt von statischen, bauphysikalischen, gestalterischen und funktionalen Anforderungen. Dem Architekten steht im Holzbau eine Vielzahl an Deckensystemen und Aufbauvarianten zur Verfügung. Dabei handelt es sich immer um ein Schichtensystem. Die tragende Schicht, die Konstruktion, bildet dabei meist die mittlere Schicht, der Fußbodenaufbau die obere und die Deckenbekleidung die untere Schicht.

Wirtschaftlichkeit

Richtwerte freier, wirtschaftlicher Spannweiten für Holzdecken bei folgenden Bauweisen:

Balkendecke für alle Spannweiten geeignet
Hohlkastendecke ab 5m
Massivholzdecke bis 6m
Holz-Beton-Verbund ab 5m

Bauphysik

Schallschutz

Zur Verhinderung von Schallübertragung innerhalb eines Gebäudes sind für Luft- und Körperschall unterschiedliche Maßnahmen erforderlich. Der Luftschall wird vermindert durch Erhöhung der Masse und durch zweischalige Ausführung, beim Körperschall ist darauf zu achten, dass kein Trittschall in die Konstruktion eingeleitet, weitergeleitet und abgestrahlt wird. Der Luftschallschutz ist umso besser, je höher der dB-Wert ist. Beim Trittschall, einem durch Körperschall hervorgerufenen Luftschall, ist dies genau umgekeh

  Schallschutzanforderungen nach OIB-Richtlinie 5*
  Geschossdecke Trenndecke
Trittschall L’nT,w ≤ 48 dB
Luftschall DnT,w ≥ 55 dB

* In Deutschland und der Schweiz gelten andere Anforderungen

Brandschutz

Die Anforderungen an den Feuerwiderstand können – entsprechend der Baugesetzgebung – mit jeder Holzbauweise erfüllt werden. Geprüfte und klassifizierte Beispiele von Holzdecken zum Brandwiderstand sind auf www.dataholz.com abrufbar. Für die Decken über dem obersten
Geschoss gelten gesonderte Anforderungen.

  Brandschutzanforderungen nach OIB-Richtlinie 2*
  Geschossdecke Trenndecke
  Decken in oberirdischen Geschossen über oberirdischem Geschoss brandabschnittsbildende Decke
GK1
GK2 REI 30 REI 30 REI 90
GK3 REI 30 REI 60 REI 90
GK4 REI 30 REI 60 REI 90
GK5 REI 90 REI 90 REI 90

R = tragender Bauteil
EI = raumabschließender, wärmedämmender Bauteil
REI = tragender, raumabschließender und wärmedämmender Bauteil

Wärmeschutz

Der Wärmeschutz spielt meist eine untergeordnete Rolle, eine Ausnahme bilden Decken zwischen beheizten und unbeheizten Räumen.

Luftdichtheit

Die Anforderungen an die Luftdichtheit werden wohnungsweise gestellt. Dies bedeutet, dass Trenndecken in das Luftdichtheitskonzept einbezogen werden müssen.

Geschossdecke

Decke innerhalb einer Nutzungseinheit

Bei Geschossdecken (innerhalb einer Nutzungseinheit) werden keine besonderen Schallschutzanforderungen, nur Anforderungen an den Brandschutz ab GK 2 gestellt.

Trenndecke

Decke zwischen zwei Nutzungseinheiten bzw. im mehrgeschossigen Bau

Bei Trenndecken bestehen Anforderungen laut Bautechnikverordnung der Landesbaugesetze.

Erschienen in

Zuschnitt 54
Holzdecken

Im Holzbau gibt es eine große Vielfalt an Deckensystemen. Ob große oder kleine Spannweiten, ob mit sichtbarer oder unsichtbarer Holzkonstruktion – die Möglichkeit der Vorfertigung, die trockene Bauweise, die Einsparung von Gewicht und die Vorteile in der Ökobilanzierung haben alle Decken aus Holz gemeinsam.

8,00 €

Zum Produkt   Download

Zuschnitt 54 - Holzdecken