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Biegen durch Trocknen

Anne Isopp
Erschienen in
Zuschnitt 77: Brandrede für Holz
März 2020, Seite 25

Dieser Turm entstand als eine von 16 »Folies« im Zuge der ­Remstaler Gartenschau 2019. Die gekrümmten Segmente für das 14 Meter hohe Bauwerk wurden nicht mit Hitze und ­mechanischen Hilfsmitteln gebogen, wie man es vom Bugholzverfahren her kennt. Sie haben sich ganz von selbst verformt – ­allein durch das Schwinden des Holzes bei abnehmendem Feuchtegehalt. Mithilfe digitaler Materialmodelle machten sich die Forscher das feuchtebedingte Quellen und Schwinden für das Selbstformungsverhalten zunutze. Die Einzelteile wurden als ­ebene Elemente hergestellt und dann getrocknet. Während ­dieses industriell üblichen Trocknungsverfahrens krümmten sie sich in die endgültige, ­vorausberechnete Form. Anschließend wurden die gekrümmten Elemente noch laminiert, um die Geometrie zu fixieren.

Turm bei Remstaler Gartenschau 2019

Fertigstellung

2019

Standort

Remstal/DE

Forschung

ICD, Stuttgart/DE, www.icd.uni-stuttgart.de; ITKE Universität Stuttgart, Stuttgart/DE, www.itke.uni-stuttgart.de

Forschungs- und Industriepartner

Angewandte Holzforschung, Empa, Dübendorf/CH, www.empa.ch; Holzbasierte Materialien, ETH Zürich, Zürich/CH, www.ifb.ethz.ch/woodmaterialsscience

Holzbau

Blumer-Lehmann AG, Gossau/CH, www.lehmann-gruppe.ch

Text

Anne Isopp
leitende Redakteurin der Zeitschrift Zuschnitt

redaktion@zuschnitt.at