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zuschnitt 74
Im Innenraum


Im Innenraum ist Holz etwas Besonderes. Hier begegnen wir einem Material der Vielfalt, Nachhaltigkeit und Charakterstärke.

Format A4
Seiten 28
ISBN 978-3-902926-32-6
Ausgabe Juni 2019
Einzelpreis 8,00 €

Editorial

Innenräumen aus Holz wohnen viele Qualitäten inne. Zur Einstimmung auf ein buntes Heft möchten wir drei hervorheben, deren Begriffe uns zu vielen weiteren Eigenschaften führen.

Vielfalt
Nicht ein Muster, nicht eine Farbe, nicht eine Eigenschaft hat Holz, sondern viele. Diese Vielfalt spiegelt sich auch in den hier vorgestellten Projekten wider. Darin bekleidet Holz in unterschiedlichster Ausführung Boden, Wand und Decke. Es zeigt sich mal bodenständig oder industriell, mal modern oder zeitlos. Oft ist es beides zugleich.

Vorbild
Die haptischen, olfaktorischen und räumlichen Qualitäten von Holz im Innenraum sind uns vertraut, sie sind gefragt und oft imitiert. Holz hat eben Vorbildfunktion. Doch im Gegensatz zu Imitaten und vielen anderen Materialien fühlt Holz sich warm an und je nach Oberflächenbeschaffenheit mal rau, mal samtig, mal glatt.

Hat es etwas mit den immer besseren Imitaten zu tun, dass sich ein Trend zu unbehandelten Holzoberflächen abzeichnet? Oder spiegelt es das zunehmende Bedürfnis der (Stadt-)Menschen nach Natürlichkeit und Echtheit wider?

Der Tastsinn unterstützt uns hier bei der Wahrnehmung. Die Gefäßgrößen der Hölzer variieren zwischen 0,02 und 0,1 mm. Während das menschliche Auge einen Zelldurchmesser von bis zu 0,1 mm erkennen kann, können die Finger weit mehr differenzieren, sie können Zellen von bis zu 0,04 mm wahrnehmen, beim Abtasten mit dem Fingernagel sogar bis zu 0,01 mm. Die Entscheidung, eine Holzoberfläche unbehandelt zu lassen, zu lasieren oder zu lackieren, hat also großen Einfluss auf die haptische Wahrnehmung.

Veränderung
Alle Projekte in diesem Zuschnitt leben von den in Mitteleuropa heimischen Holzarten. Diesen Hölzerreichtum verdanken wir unserem Wald. Doch auch im Wald sind die Veränderungen des Klimawandels zu spüren: Die aktuelle österreichische Waldinventur zeigt, dass der Anteil an Laub- und Mischwäldern weiter zunimmt. Die Holzwirtschaft muss sich also auf geänderte Rohstoffvorräte einstellen. Im Innenausbau sind die Eigenschaften vieler Laubhölzer von jeher gefragt.

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